ESC 2017
März 6, 2017 geposted vonOLJO-Team

ESC 2017: Island Vorentscheid besser als der peinliche Deutsche?!

ESC  2017: Island Vorentscheid besser als der peinliche Deutsche?!

Man muss sich schon wundern: unserer Einschätzung nach stellt das ESC 2017 Vorentscheidfinale Islands (Söngvakeppnin 2017) den deutschen Vorentscheid was Dichte an hitverdächtigen und ESC-tauglichen Songs anbetrifft mal so ganz locker in den Schatten. Sowas kann doch einfach nicht sein. Es ist aber so. Der NDR sollte lieber mal in Island Songs einkaufen, als in den USA…

Als besonders hochgradig hitverdächtig und möglichen ESC 2017 Finalhit stufen wir Aron Hannes Emilsson mit seinem Dance-Pop Titel „Nótt“ (‚Tonight‘) ein.
isländische Version (‚Nótt‘), live:

internationale, englischsprachige Version (‚Tonight‘), kommerzielle Tonaufnahme:

Aron belegte gestern aktuell Platz 8 der isländischen Spotify Charts. Das ist ein sehr gutes Ergebnis.

Freche Behauptung?:
Dieser Song, im deutschen ESC Vorentscheid vernünftig vorgetragen, hätte unter aller Garantie ‚alles zertrümmert‘ und wäre am nächsten Tag noch vor Ed Sheeran auf Platz 1 der deutschen iTunes Charts gelandet. Jede Wette! So traurig, dass es solch einen Song nicht bei uns gab!

Aber im isländischen Vorentscheid gibt es in diesem Jahr nicht einen, sondern gleich mehrere wirklich top chartfähige und ESC-taugliche Songs.
Zum Beispiel die an sich klasse Sommermelodei „Þú hefur dáleitt mig“ (‚Hypnotised‘) von Aron Brink.

kommerzielle Tonaufnahme, isländisch, offizielles Musikvideo:

sehr gut!

Der Song befand sich gestern immerhin auf Platz 17 der hart umkämpften Spotify Island Tagescharts.

Live, isländischsprachige Version:

kommerzielle Tonaufnahme, englisch:

Hammer Ohrwurm! Wir schwören!

Gut, die Live-Performance von Aron Brink ist vielleicht denn doch nur mit viel Wohlwollen als ‚gut‘ zu bezeichnen, der Song an sich hat aber unserer Meinung bestes Hitpotential.

Was die Livequalitäten betrifft leider Ähnliches die Dritte/Vierte im isländischen Hitbundle zu.
Es handelt sich dabei um den wirklich auch ganz guten Song ‚Bammbaramm‘ von Hildur

We love it!
Bei Hildur ist die Live Performance leider, leider aber im kritisch-negativen Bereich. Sie steht nur im Finale, weil der veranstalende Sender ihr die Wild Card zugeschanzt hat. Hildur war im Halbfinale bei den Televotern durchgefallen. Es ist somit sehr wahrscheinlich, dass Hildur nicht für Island nach Kiew reisen wird.

Nicht zu unterschätzen ist ausserdem ohne Zweifel ‚Paper‘ von Svala. Sie könnte den isländsichen Vorentscheid vielleicht auch gewinnen.

Wenn man das alles mit dem geradezu lachhaften deutschen ESC Vorentscheid 2017 vergleicht kommt einem sofort der Gedanke, dass beim NDR (der für den ESC verantwortliche Sender der ARD) die Unfähigkeit ihren Hauptwohnsitz hat. Anzumerken wäre, dass es beim deutschen Vorentscheid traditionell noch nie ein Hitgewitter gegeben hat, sondern dass es fast immer in der großen Mehrheit der Beiträge peinlich betretenes Schweigen und natürlich Kaufverweigerung der angezielten Kundschaft gegeben hat. Die oft federführend beteiligten Musikunternehmen haben sich nie mit Ruhm bekleckert, sondern eher bewiesen, wie unwillig sie sind ‚etwas Vernünftiges‘ mit der selbstredend verhandenen Gefahr des ‚Verbrennens‘ ins Rennen schicken zu wollen. Das Risiko scheuen diese Unternehmen.

5 Kommentare

  • Liebes Oljo-Team,

    schön, dass ihr Fragen von Usern beantwortet. Schade, dass sie fast ausnahmslos falsch sind oder auf Vermutungen zurückgehen.
    Im isländischen Vorentscheid nehmen jeher professionelle Sänger teil, genauso wie in Malta. Es sind keine international bekannten Namen in der Regel und auch sind sie nicht immer einzig und allein als Sänger/Sängerin unterwegs. Das sind in beiden Ländern aber kaum jemand, da fast jeder zwei Tätigkeiten hat.

    Wo erkennt ihr Hitpotential bei den drei Liedern? Hypnotized ist ganz nett anzuschauen, aber würde genauso wie die anderen beiden Angebote nicht weit oben mitspielen. Wir hatten im deutschen Vorentscheid bereits einen ähnlichen Song von Noize Generation. Den habt ihr damals als billigen Abklatsch betitelt und als langweilig empfunden? 2 Jahre später ist ein vielleicht sogar schwächerer Song, da beliebiger und noch monotoner Song die große Nummer?

    Geschmack ist nicht auf eine Norm zu bringen und kann auseinander gehen, aber einen Artikel zu verfassen, der sich jeglicher Grundlage entbehrt und der einfach nur noch einmal auf den deutschen Vorentscheid rumhacken möchte, weil das online der Tenor ist, ist einfach traurig. International ist Levina definitiv nicht die Nummer 1, nicht mal die Top 10. Dennoch wird sie nirgends so zerissen wie in Deutschland. Wie sollen sich denn da auch etablierte Acts überhaupt trauen, wenn das eigene Land sich immer über alles aufregt und nie positive Stimmen äußern mag. Selbst Lena wurde beide Male übel bewertet und womit? Mit Unrecht!

    • Hallo David,
      danke für deine Ausführungen. Das war ja das was ich wissen wollte, nicht ob die Künstler davon leben können.

      • Sehr gerne doch :)

  • Hi Deutschi
    was heisst etablierte Künstler. In Island kann im Grunde praktisch kein Musikact vom Veröffentlichen und der Live-Darbietung von Musik auf dem Heimatmarkt in Vollerwerb leben (vllt mit Ausnahme ein paar ganz weniger Acts z.B. im Rap-Bereich). Bei 360 TSD Einwohnern erreicht der isländische Musikmarkt nur eine Größe, der dem Markt einer deutschen Großstadt mit 300 TSD bis 400 TSD Einwohnern (Bielefeld, Mannheim, Aachen) entspricht. Der ein oder andere Act ist aber international erfolgreich. Diese aber treten, ähnlich, wie in Deutschland nicht beim isländischen ESC-Vorentscheid an. Es handelt sich dort in den meisten Fällen um Semi-Amateure, oder Amateure, oft aber mit einer professionellen musikalischen Ausbildung. Aron Hannes z.B. besucht eine Musikhochschule in Reykjavik und lässt sich dort als Sänger ausbilden. Würde man Island als Maßstab nehmen, müsste es bei uns regelrecht Talente / Songschreiber regnen. LG OLJO-Team

  • Hallo Oljo,
    handelt es sich bei diesen Künstlern um etablierte oder neu ausgesuchte Künstler? In Deutschland besteht ja das Problem, den ESC-vorentscheid als Talent“schmiede“ zu missbrauchen, anstatt gestandene Künstler zu entsenden, die auch mal was reißen können.
    Es sind auch Weltkarrieren durch den ESC entstanden, siehe ABBA, hat man wohl verdrängt. Wenn man sich dies als Maßstab nimmt, würde dies die Motivation steigern mal was zu wagen, anstatt nur etwas abzuliefern, was bloß nichts Besonderes enthält. Naher fällt man noch auf und gewinnt und muss den ESC im nächsten Jahr austragen…, oh Gott oh Gott, bloß nicht. Dafür hat die ARD das Geld nicht. 2011 steckt noch in den Gliedern. Ja da war mal was. :-(
    Grüße Deutschi

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