Die immer seltsamer erscheinenden offiziellen Single Charts werfen für die Chartswoche bis einschliesslich dem 08.10.2009 als neue Single Nummer 1 die New Yorkerin Lady Gaga mit ihrem Titel Paparazzi aus.
Diesen Platz 1 erreicht Lady Gaga durch die Berechnungsmethodik der offiziellen Charts, die nicht den Stückzahlenverkauf, sondern den Umsatz einer Single in Euro zur Grundlage hat. Schon wenige hundert verkaufte Maxi CDs können da mehrere Tausend verkaufte vergleichsweise günstige Musikdownloads übertrumpfen. Auch ist es so, dass teure Downloads natürlich gegenüber Preiswerteren in der Chartberechnung viel zu stark bevorteilt werden. Ergebnis ist eine Hitparade die nicht mehr korrekt den Musikgeschmack des Käuferpublikums widerspiegelt. International üblich ist die Erstellung einer Verkaufshitparade rein nach dem Stückzahlenverkauf.
Nimmt man den Stückzahlenverkauf als Grundlage, so konnte in der Woche 02.10.09 bis 08.10.09 Lady Gaga mit Paparazzi unmöglich Platz 1 in Deutschland erreicht haben.












19. Oktober, 2009 um 20:30
Ich weiß ich weiß, ich hab ja auch geschrieben nach Weihnachten werden die Verkäufe anziehen. Gerade in den USA sind in der Woche danach ja regelmäßig Rekorde verbucht worden. Aber vorher werden – selbst wenn es Preissenkungen geben sollte – die Download-Anteile am Gesamtgeschäft massiv sinken. Bei den Alben werden vermutlich üblicherweise 50-75% aller Verkäufe ab Ende November bis Weihnachten als Geschenke gedacht sein, und diese werden sicher zu 99,9% als CDs gekauft werden…
19. Oktober, 2009 um 17:00
Hi Guy
die Woche nach Weihnachten gilt als die ‘goldene Woche’ im Downloadbereich. In England wurde im letzte Jahr allein in dieser letzten Woche des Jahres knapp 6% des Gesamtjahresabsatzes erwirtschaftet. Auch werden viele erwartete Neuerscheinungen den digitalen Absatz im deutschen Vorweihnachtsgeschäft sicher positiv beeinflussen. Wir gehen aber davon aus, dass es im Weihnachtsgeschäft Preissenkungen auf breiter Front geben wird. Potentiale für Preissenkungen sind jedenfalls in ganz erheblichen Umfang vorhanden. Mit der Hochpreispolitik der vergangenen Monate wird man 2009 kaum ein erfolgreiches Weihnachtsgeschäft haben können. Es wird sicher interessant werden, wer wann als erster auf die Preisbremse tritt. Dennoch tippen wir eher auf prozentual höhere Preissenkungen im CD Bereich.
Lieben Gruß
Olaf
OLJO-Team
19. Oktober, 2009 um 16:13
Hallo,
interessante Diskussion, ja. Ich weiß auch nicht genau, warum in Deutschland die CD-Single noch so halbwegs gut läuft. In UK haben die Plattenfirmen eigentlich nichts dafür getan, sie zu retten, und in den USA wurde sie bereits Ende der 90er (ganz ohne Downloadproblematik) von den Labels absichtlich zu Grabe getragen. Das Wachstum der digitalen Verkäufe steigt bei uns jedenfalls nur mäßig (2009 wohl nur im einstellgen Bereich) – verschlimmernd kam hier natürlich die Preiserhöhungsrunde dieses Jahr hinzu. In den USA und UK war sie nicht weiter schädlich, weil sich die Download-Verkäufe dort inzwischen etabliert haben (und trotz Preisanstiegs weiter kräftig steigen), bei uns aber eher kontraproduktiv. Nun ja, die Musikindustrie war ja schon immer nicht die schlauste.
Was ich aber nicht glaube ist, dass die digitalen Verkäufe im Weihnachtsgeschäft groß anziehen – höchstens ein wenig durch die besseren Veröffentlichungen. Ihr Anteil am Gesamtmarkt wird in dieser Zeit aber eher geringer werden, da sich Downloads nunmal nicht besonders gut als Weihnachtsgeschenk eignen. Erst nach Weihnachten werden die Downloadzahlen durch eingelöste Gutscheine und aufzuladende neue MP3-Player wieder anziehen…