{"id":11066,"date":"2015-11-27T01:12:41","date_gmt":"2015-11-27T00:12:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/?p=11066"},"modified":"2015-11-27T01:12:41","modified_gmt":"2015-11-27T00:12:41","slug":"streaming-wer-sind-die-groessten-anbieter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.oljo.de\/blog\/streaming-wer-sind-die-groessten-anbieter\/","title":{"rendered":"Streaming: Wer sind die gr\u00f6ssten Anbieter?"},"content":{"rendered":"<p>Genauere Informationen \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe einiger der wichtigen <strong>Audio-Streamingdienste<\/strong> hat die britische IT Informations-Webseite &#8218;The Register&#8216; ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nLaut einer Mitteilung des Apple CEOs Tim Cook nutzen weltweit aktuell (Anfang Oktober 15, d.h. drei Monate nach dem Start) <strong>6,3 Mio<\/strong> Apple Kunden den Apple Musikstreamingdienst &#8218;<strong>Apple Music<\/strong>&#8218; als <strong>zahlende Abonnenten<\/strong>. Weitere <strong>9 Mio<\/strong> nutzen den Dienst kostenfrei. Wobei nur 3 Monate kostenfreie Nutzung m\u00f6glich sind. Danach switcht das kostenfreie Abo automatisch in ein 9,99 $ bzw \u20ac teures Zahlabo. Das jedoch merken viele Apple Kunden, die den Dienst zun\u00e4chst kostenfrei genutzt haben erstmal gar nicht. Laut &#8218;The Register&#8216; gibt es Hinweise auf hohe Stornoquoten.<\/p>\n<p>Mit 6,3 Mio zahlenden Abonnenten w\u00e4re <strong>Apple Music<\/strong> hinter <strong>Spotify<\/strong> und gleichauf neben Deezer im Oktober 2015 der <strong>zweitgr\u00f6sste Streamingdienst der Welt<\/strong>.<\/p>\n<h2>Nummer 1 ist mit weitem Abstand Spotify<\/h2>\n<p>Das schwedische <strong>Spotify<\/strong> hat nach eigenen Angaben (laut Spotify Webseite) weltweit etwa <strong>20 Mio zahlende Kunden<\/strong>. <strong>55 Mio<\/strong> Nutzer verwenden zudem die kostenfreie, werbefinanzierte Version von Spotify (<a href=\"https:\/\/press.spotify.com\/us\/information\/\">Infolink<\/a>. 75% aller Nutzer verwenden das kostenfreie werbefinanzierte Spotify.<\/p>\n<blockquote><p>Mitte 2014 gab Spotify an 10 Mio zahlende Abonennten zu haben. Das w\u00e4r in nur 1 1\/2 Jahren also eine Verdoppelung. Die Gesamtzahl der Spotifynutzer ist laut spotifyeigenen Informationen von 40 Mio (Mai 2014) auf 75 Mio (Okt 2015) gestiegen.<br \/>\nOb die von Spotify selbst angegebenen Daten stimmen ist nicht verifizierbar. Das Gleiche trifft aber auf alle anderen Dienste zu.<br \/>\nGem\u00e4\u00df den von Spotify selbst ver\u00f6ffentlichten Daten hat Spotify <strong>weltweit einen Marktanteil beim Audio-Musikstreaming von 60% bis 65%<\/strong> (unter Ausslassung s\u00fcdkoreanischer und japanischer Dienste). In Europa liegt der Spotify Marktanteil gar bei an die 70%. Nur in Frankreich ist Deezer &#8218;gr\u00f6sser&#8216; als Spotify. In Deutschland d\u00fcrften es mittlerweile auch an die 70% Marktanteil sein. In Skandinavien ist Spotify praktisch Monopolist mit ca 90% Marktanteil. In Schweden ist die Marktdurchsetzung bei den 16 bis 25j\u00e4hrigen bereits am Limit. \u00dcber 90% dieser Altersgruppe besitzen ein Spotify Account. 50% aller Schweden nutzen Spotify mindestens einmal im Monat.<\/p><\/blockquote>\n<p>Neben Apple ebenfalls auf Platz 2 zu finden ist das aus Frankreich stammende Unternehmen <strong>Deezer<\/strong>. Deezer hat laut eigenen Angaben im Oktober 2015 etwa <strong>6,3 Mio zahlende Abonnenten<\/strong> sowie ca. 9,7 Mio Kunden, die eine werbefinanzierte Free-Version des Streamingdienstes Deezer nutzen.<\/p>\n<p>Der Dienst <strong>Pandora<\/strong> auf Rang 4 hat <strong>3,9 Mio Abonennten<\/strong> (vorwiegend in den USA). Pandora ist jedoch kein Song-On-Demand Dienst, sondern ein Genreprogrammstream-on-demand Service bei dem die Wahl einzelner Lieder nicht m\u00f6glich ist.<br \/>\nEs folgt auf Platz 5 der Dienst <strong>Rhapsody<\/strong> mit <strong>3 Mio<\/strong> zahlenden Abonennten. Zu Rhapsody geh\u00f6rt u.a. der in England beliebte Streaming-Dienst <strong>Napster<\/strong>.<br \/>\nDer weitgehend nur in den USA bekannte Audio-Streaming Dienst <strong>Tidal<\/strong> (im Besitz von Jay-Z und dessen Frau Beyonc\u00e9) kommt auf deutlich weniger als 1 Mio zahlende Abonennten. Genauere Daten bez\u00fcglich der Abonnentenzahl von Tidal sind jedoch nicht bekannt.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich gibt es noch <strong>Amazon Prime<\/strong>. Die Abonnenten dieses Dienstes haben derzeit Zugriff auf ca <strong>1 Mio Songs<\/strong> (unbegrenztes Streaming dieser Songs). Allein in den USA gibt es laut Amazon 40 Mio Prime Abonnenten. Die Zahl der ausgelieferten Song-Streams ist unbekannt, d\u00fcrfte aber nicht unerhebliche Marktrelevanz haben. Alle anderen Dienste haben um die 30 Mio Songs im Angebot. In Deutschland ist praktisch kein aktuelles Album und praktisch keiner der Top 100 Song Hits f\u00fcr Prime freigeschaltet. In den USA sind dagegen zumindest einige aktuell angesagte Alben und Songs auch bei Prime abrufbar. Prime hat noch gro\u00dfes Potential &#8217;nach oben&#8216;.<\/p>\n<p><b>und tsch\u00fcss <\/b><br \/>\nDer vor 4 Tagen quasi in den Bankrott gegangene Dienst <strong>Rdio<\/strong>, der vor allem in den USA beliebt war, wurde von Pandora f\u00fcr 75Mio$ \u00fcbernommen und wird geschlossen.<\/p>\n<h2>Google und die Musik. Videos im Focus: <\/h2>\n<p>Zum Google Audio Musik-Streamingdienst <strong>Google Play Music<\/strong> gibt es keine Informationen zur Zahl der zahlenden Abonennten (zuk\u00fcnftig wird der Dienst als Teilbereich von &#8218;Youtube RED&#8216; firmieren. Youtube Red beinhaltet die vollumf\u00e4ngliche Nutzung des Audio-Streamingdienstes Google Play Music und den Dienst Youtube Videos werbefrei ansehen zu d\u00fcrfen). Das Google Unternehmen Youtube ist auf Grund der Bedeutung im Musikvideobereich weit vor Spotify der gr\u00f6sste Musikstreamingdienst \u00fcberhaupt.<br \/>\nGoogle Play Music verf\u00fcgt weltweit vermutlich \u00fcber einige Millionen Zahl-Abonnenten (wahrscheinlich um die 4 bis 5 Mio). <\/p>\n<p>F\u00fcr das in den USA bereits gestartete <strong>Youtube Red<\/strong> haben wir jetzt schonmal die <strong>Rote Karte<\/strong> parat. Beliebte Videos (sogenannter Original Content) sollen anscheinend nach und nach bzw. von Anfang an hinter einer bescheuerten <strong>Bezahlschranke<\/strong> verschwinden (9,99$\/\u20ac im Monat?). Das kann ja heiter werden. War abzusehen, dass sie uns Hitvideos (nicht nur Musikvideos, sondern u.a. auch Comedy und Schminktipps) nicht mehr gratis, sondern nur noch gegen Bezahlung rausgeben werden. Das ist zwar jetzt noch nicht der Fall (und ist angeblich auch nicht geplant), da auch die werbefinanzierten Versionen von Youtube Videos erreichbar sein sollen, das wird aber so nicht bleiben (auch wenn behauptet wird, dass es nicht geplant ist).<br \/>\nSollte Youtube Red ein Erfolg werden w\u00fcrde das f\u00fcr alle anderen Streaming Dienste hochgradig gef\u00e4hrlich werden. Wie gesagt, bei Youtube Red (in Deutschland noch nicht verf\u00fcgbar) ist Google Play Music vollumf\u00e4nglich mit enthalten. Kann zudem sein, dass Youtube mit Youtube Red auch Filmstreams verbreiten will und dem Stream-Konkurrenten Netflix ans Leder will.<\/p>\n<p>Keine Ausk\u00fcnfte zu Abonnentenzahlen geben die in Deutschland noch gewisse Marktrelevanz aufweisenden Dienste <strong>Ampya<\/strong> und <strong>Juke<\/strong>.<br \/>\nAmpya, nutzt beim Audio-Streaming zu 100% die Deezer Infrastuktur. Unbekannt ist, ob Ampya Kunden in Deezer Nutzerzahlen enthalten sind, oder nicht.<br \/>\n<strong>Auch bei uns ist einer schon &#8218;weg vom Fenster&#8216;<\/strong>:<br \/>\nDer ehemals Marktrelevanz aufweisende deutsche Audiostreaming Dienst <strong>Simfy<\/strong> befindet sich seit Ende April 2015 in der Liquidation ( = ist faktisch <strong>eingestellt<\/strong>).<\/p>\n<p><strong>Pleitegefahr<\/strong> herrscht f\u00fcr eine ganze Reihe von Musik Streaming Diensten. Vor allem hohe Lizenzgeb\u00fchren und daraus resultierend ein nicht vorhandener Preiswettbewerb wird selbst gro\u00dfe Dienste in Schwierigkeiten bringen. Alle Kleineren werden den Konkurrenzkampf <strong>nicht \u00fcberleben<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Preisdruck<\/strong> gibt es wenn \u00fcberhaupt nur seitens der <strong>milliardenschweren<\/strong> Unternehmen Apple und Google, die Abos f\u00fcr ihre Streamingdienste als &#8218;Family Packages&#8216; f\u00fcr etwa 15$ im Monat pro &#8218;Familie&#8216; (bis zu 6 Personen) anbieten (bzw im Falle von Google bald anbieten werden).<br \/>\nDie &#8218;Family Packages&#8216; von Apple und Google, die nichts anderes als <strong>Dumping<\/strong> Angebote darstellen, machen dem momentanen Platzhirsch Spotify zu schaffen. Verluste, die diese Packages einfahren werden k\u00f6nnen Apple und Google aus der Portokasse zahlen. Spotify hat kurz nach Apple zwar auch Family Packages ins Angebot genommen, die sind aber bis zu 100% teurer, als bei der amerikanischen Konkurrenz. Unter &#8218;Family&#8216; verstehen \u00fcbrigens alle Anbieter nicht unbedingt eine wirkliche Familie. Es k\u00f6nnen sich bei Spotify auch bis zu 4 Freunde einen 30$ kostenden Account teilen. Bei Google und Apple scheint es so zu sein, dass sich bis zu 6 Personen (die nicht unbedingt verwandt sein m\u00fcssen) einen 15$ Account &#8218;teilen&#8216; k\u00f6nnen (2,50$ pro Nase).<\/p>\n<p>Spotify hat den <strong>Hauptvorteil<\/strong> einer <i>angeblich<\/i> werbe-finanzierten <strong>Free Version<\/strong>. Tats\u00e4chlich finanzieren jedoch die 20 Mio Premium-Account Zahler die 55 Mio Free-Accounts. Werbeeinnahmen machen deutlich weniger als 20% der Gesamteinnahmen von Spotify aus (vorwiegend wirbt Spotify bei Spotify Free ja f\u00fcr Spotify Premium&#8230;). Die Free Version Nutzer sorgen f\u00fcr ca. 70% der Streams = 70% der Kosten (vor allem Lizenzgeb\u00fchren und Serverkosten). Wie dem auch sei, die Free-Version und dessen bereits fortgeschrittene Verbreitung ist der entscheidende Vorteil den Spotify hat. Wer es hat steigt ungern um, ausser vielleicht in eine Premium Version.<\/p>\n<p><b>Fazit: <\/b><br \/>\nInsgesamt bereitet uns die zumehmende Monopolisierung bzw Oligopolisierung des Marktes f\u00fcr Musik-Streaming (Audio + Musikvideo) Sorgen. Die Zukunft wird f\u00fcr den Nutzer teuer und f\u00fcr Webseiten-Betreiber wie uns bei oljo.de was Musikvideos anbetrifft ziemlich unhappy. 2007 haben wir das erste Hit-Musikvideo auf unserer Webseite per Embedding zeigen k\u00f6nnen. Kann gut sein, dass irgendwann 2017 das letzte &#8218;Hit Musikvideo&#8216; hier bei uns zu sehen sein wird, weil dann alle diese Videos hinter einer b\u00f6sen Bezahl-Sperre verschwunden sind.<br \/>\n<strong>3 bis 4 Unternehmen werden im Bereich Musik alles und jeden kontrollieren<\/strong>: Apple, Google und Spotify, sowie vielleicht auch Amazon. <\/p>\n<p><b>Was k\u00f6nnte als &#8218;N\u00e4chstes&#8216; bl\u00fchen? <\/b><br \/>\nWenig verwundern w\u00fcrde es uns, wenn Spotify nicht bald auch schon mit VEVO Musikvideos um die Ecke kommt. Bei Amazon USA werden bereits unter jedem Song- und Albumdownload Musikvideo-Links zu bei Amazon eingebetteten Vevo-Videos angezeigt (f\u00fcr deutsche Nutzer ist der Inhalt jedoch gesperrt). So etwas \u00e4hnliches w\u00e4re bei Spotify auch denkbar. 2016 muss Youtube \u00fcbrigens mit der US Musikindustrie die Vertragsmodalit\u00e4ten neu aushandeln. Der bei Youtube gezeigte Vevo Content k\u00f6nnte bei einem Verhandlungsmisserfolg von Youtube abgezogen werden. Zu bedenken ist, dass ein erheblicher Teil von Spotify im Besitz der gro\u00dfen Musikkonzerne ist. Bei Youtube haben sie nichts zu sagen und m\u00fcssen die Werbeeinnahmen mit Youtube\/Google teilen. Bei Spotify haben die Musikkonzerne viel gr\u00f6\u00dferen und wirkungsvolleren Einfluss. Sie sind ja Miteigent\u00fcmer.<br \/>\nWas die Charts betrifft sieht es so aus, dass sich die Musikkonzerne die Charts besonders im Song Bereich demn\u00e4chst (in 2 bis 3 Jahren ca) m\u00f6glicherweise fast unbehelligt selber basteln werden. Gratiswerbekampagnen beim im eigenen Besitz befindlichen Spotify sei Dank. <\/p>\n<p>Bedenklich ist sowieso die weiter zunehmende Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten vor allem der 3 gro\u00dfen Plattenfirmen auf den Bereich Musikvertrieb. Schon jetzt verdienen die 3 gro\u00dfen Musikkonzerne so viel mit dem Endverbraucher-Vertrieb von Musik, wie noch nie seitdem es sie gibt. Die Ausschaltung des &#8218;Zwischenhandels&#8216; ist ein gewinntr\u00e4chtiges Ziel der 3 Konzerne. Das ist jedoch nicht im Sinne der End-Verbraucher. Ohne Konkurrenz gibt es keine guten Preise, sondern nur noch nach Gutd\u00fcnken festgesetzte Abgaben. Das wollen wir nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liste der im Oktober 2015 gr\u00f6ssten Anbieter von Audio Streaming auf der Welt. Nummer 1 ist nat\u00fcrlich Spotify. Extras: Wie schl\u00e4gt sich der Anfang Juli 2015 gestartete &#8218;Apple Music&#8216; Streamingdienst? Wo liegt Deezer? Wer hat so alles in diesem Jahr Pleite gemacht? Wie sieht die Zukunft beim Streaming aus? Wird es schon bald keine &#8218;freien&#8216; Hit Musikvideos mehr geben, sondern nur noch hinter einer 120\u20ac teuren Jahresgeb\u00fchr Mauer? <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[132,2099,2124,2034,1834,2122,2125,1106,2121,1322,2074,1602,2123],"class_list":["post-11066","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-apple","tag-apple-music","tag-audio-on-demand","tag-deezer","tag-google","tag-google-play-music","tag-musik-streaming","tag-pandora","tag-rhapsody","tag-spotify","tag-tidal","tag-youtube","tag-youtube-red"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":11441,"url":"http:\/\/www.oljo.de\/blog\/streaming-harter-kampf-um-kunden\/","url_meta":{"origin":11066,"position":0},"title":"Streaming: Harter Kampf um Kunden","author":"OLJO-Team","date":"3. 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