{"id":10290,"date":"2014-11-20T18:58:39","date_gmt":"2014-11-20T17:58:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/?p=10290"},"modified":"2014-11-20T19:13:38","modified_gmt":"2014-11-20T18:13:38","slug":"popstar-taylor-swift-boykottiert-spotify","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/popstar-taylor-swift-boykottiert-spotify\/","title":{"rendered":"US Popstar Taylor Swift boykottiert Spotify"},"content":{"rendered":"<p>Ausgerechnet der aktuell gr\u00f6sste Popstar der USA, die aus Pennsylvanien stammende <strong>Taylor Swift<\/strong> hat vor einigen Tagen mitgeteilt, dass ihr aktuelles Album &#8218;<strong>1989<\/strong>&#8218; (das in der Erstver\u00f6ffentlichungswoche meistverkaufte Album in den USA seit \u00fcber 10 Jahren) sowie alle ihre anderen Musikprodukte beim On-Demand Radiostreamingdienst <b>Spotify<\/b> nicht mehr abrufbar sein werden. Als Begr\u00fcndung gab Swift an <b>nicht angemessen an den Einnahmen die Spotify in der Vergangenheit mit dem Streaming ihrer Musikprodukte erl\u00f6st hat beteiligt worden zu sein<\/b>.<br \/>\nMit diesem recht \u00fcberraschenden und sehr \u00f6ffentlichkeitswirksamen Schlag gegen den aggressiv und gerne mit Fehlinformationen auftretenden schwedischen On-Demand Radio-Service Spotify fand Taylor Swift in Kollegenkreisen breite Unterst\u00fctzung.<br \/>\nHierbei ist zu beachten, dass <strong>Taylor Swift<\/strong> als Textdichterin und gelegentlich sogar Komponistin bzw Mitkomponistin ihrer Songs bei Spotify eh schon bedeutend h\u00f6here Einnahmen erzielt, als andere &#8217;nur singende&#8216; K\u00fcnstler, wie z.B. Rihanna, oder bei uns in Deutschland z.B. Helene Fischer.<br \/>\n<i>Es ist allerdings zu sagen, dass in Deutschland die Lage etwas besser ist, da die Verg\u00fctungen um ein paar Prozent h\u00f6her ausfallen, als z.B. in den USA, oder im Spotify Heimatland Schweden. <\/i><\/p>\n<p>Die Reaktion des Unternehmens <strong>Spotify<\/strong> liess nicht lange auf sich warten. Es wurde relativ dreist behauptet, Taylor Swift solle mal keine Welle machen, denn sie solle sich freuen, dass sie \u00fcberhaupt etwas durch das Streaming verdient. Denn g\u00e4be es das Streaming nicht, dann g\u00e4be es mehr illegale Aktivit\u00e4ten, die bekanntlich zu keinerlei Einnahmen f\u00fchrten. (<i>Wir \u00fcbersetzen mal: Bisschen ist besser als nichts, also halt gef\u00e4lligst die Klappe. Kriegst wohl den Hals nicht voll, was&#8230;<\/i>&#8218;)<br \/>\nAusserdem, so f\u00fchrt man bei Spotify weiter aus, sei es nicht die Schuld von Spotify, wenn die Musikindustrieunternehmen, die die Rechteverwertungs-Zahlungen von Spotify zun\u00e4chst erhalten den K\u00fcnstlern dann zu wenig weiter\u00fcberweisen. <i>Das ist dann wohl Pech, oder ein schlechter Plattenvertrag zuungunsten des \/der K\u00fcnstler&#8230;<\/i><\/p>\n<p>Dazu ist mal eines zu sagen:<br \/>\nAn Spotify sind die gro\u00dfen Musikunternehmen ja selbst mit erheblichen Anteilen beteiligt. Besitzer eines Unternehmens \u00fcberweisen sich also praktisch selbst Geld, da sich die Musikunternehmen im Normallfall die Internetpublizierungsrechte per Plattenvertrag bei den K\u00fcnstlern gesichert haben. Zu diesem Zweck gibt es die sogenannten Publishing-T\u00f6chter der gro\u00dfen Musikfirmen.<br \/>\nIm Falle von Taylor Swift ist es so, dass sie nicht bei einem der drei gro\u00dfen weltumspannenden Musikkonzerne (Universal, Sony &#038; Warner) unter Vertrag steht, sondern beim im Vergleich eher kleinen Musiklabel <strong>Big Machine Records<\/strong>. Der Spotify Chef unterstellt ausgerechnet, dass Big Machine Records ihrem Lead Artist Taylor Swift, der dort f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der erzielten Ums\u00e4tze sorgt, &#8218;zu wenig von dem auszahlt was Spotify an Big Machine \u00fcberweist&#8216;. Stichhaltig, oder \u00fcberzeugend ist diese Argumentation nicht.<br \/>\nMan muss unbedingt davon ausgehen, dass Taylor Swift \u00fcber ausgezeichnete Beziehungen auch und gerade in die Chefetage von Big Machine Records unterh\u00e4lt. Sonst w\u00e4re sie da ja schon l\u00e4ngst stiften gegangen. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass Big Machine Records ausgerechnet ihrem Zugpferd die Spotify-Zahlungen (oder Teile davon) vorenth\u00e4lt. Von daher sind die Ausf\u00fchrungen von Verantwortlichen des Unternehmens Spotify zum R\u00fcckzug Taylor Swifts als &#8218;arg heisse Luft&#8216; einzustufen.<br \/>\nVorstellen k\u00f6nnen wir uns jedoch, dass Big Machine Records von Spotify h\u00f6here Zahlungen f\u00fcr die dort sehr beliebten Taylor Swift Musikprodukte verlangte und das von Spotify unter Berufung auf &#8218;jeder bekommt das was er bekommt und fertig&#8216; abgekanzelt wurde.<\/p>\n<p>Der Spotify-R\u00fcckzug von Taylor Swift, wie gesagt <strong>mit Abstand der Nummer 1 Popstar in den USA<\/strong> (und damit sozusagen auch Nummer 1 in der Welt), wird von einigen Auguren bereits als <strong>Beginn der G\u00f6tterd\u00e4mmerung f\u00fcr die Streamingdienste<\/strong> interpretiert. Das Beispiel k\u00f6nnte Schule machen, <i>muss aber nicht<\/i>.<br \/>\nDie allermeisten Popstars stehen n\u00e4mlich bei den 3 gro\u00dfen Musikkonzernen unter Vertrag, die wiederum Anteilseigner bei Spotify sind, oder dort ein gewichtiges W\u00f6rtchen mitreden, da sie ja den L\u00f6wenanteil des bei Spotify verf\u00fcgbaren Repertoires liefern.<br \/>\nWer den gro\u00dfen Reibach mit Streaming wittert wird Spotify &#038; Co nicht verlassen, auch wenn die eigenen K\u00fcnstler \u00fcberzeichnet gesagt mit nem Butterbrot abgespeist werden.<br \/>\nDa Spotify in den vergangenen Jahren und auch heute noch insgesamt <strong>hunderte Millionen Euro Verluste<\/strong> angeh\u00e4uft hat sind die Anteilseigner nat\u00fcrlich daran interessiert endlich mal <strong>Gewinne zu realisieren<\/strong>. Es w\u00fcrde niemanden wundern, wenn das <strong>auf dem R\u00fccken von auf welcher Weise auch immer verringerten K\u00fcnstlerverg\u00fctungen<\/strong> gesch\u00e4he&#8230;<\/p>\n<p><strong>Spotify<\/strong> behauptet im Schnitt 0,55 Eurocent (= 0,0055 \u20ac) pro Abspielung an den\/die Rechteinhaber eines abgespielten Songs zu zahlen. <strong>Einen statistischen Beweis legte Spotify daf\u00fcr aber keinen vor<\/strong>. Es handelt sich um eine nicht \u00fcberpr\u00fcfbare Behauptung. Nur 231 Streams entspr\u00e4chen dem Wert eines f\u00fcr 1,29\u20ac verkauften Musikdownloads. Unserer Meinung nach ein auf Dauer nicht finanzierbar hoher Wert. (Wobei wir anmerken, dass jemand, der sich einen Song f\u00fcr 1,29\u20ac kauft nur in seltenen F\u00e4llen diesen tats\u00e4chlich insgesamt deutlich mehr als 230 mal abspielen w\u00fcrde&#8230;). Im Selbstversuch haben wir festgestellt, dass in einer Woche ein Song schon mal auf 30 bis 40 Abspielungen kommt. Viele andere gekauften Songs aber nur auf 10 oder 15.<br \/>\n<strong>Wir rechnen mal:<\/strong><br \/>\nAlle zahlenden Spotify Premium Nutzer (8\u20ac nach Abzug der Umsatzssteuer), die mehr als 40 Streams am Tag konsumieren ( = ca. 1 bis 1,5 Stunden Nutzung am Tag) bringen nach Abzug der Betreiberkosten  (die wir auf 10% des Umsatzes sch\u00e4tzen) effektiv Verluste. Bei denen die ein Abo f\u00fcr 5\u20ac besitzen (in Deutschland nur noch f\u00fcr Studenten verf\u00fcgbar) werden ab lediglich 20 Streams pro Nutzer am Tag Verluste anfallen. <\/p>\n<p>In Deutschland gehen Spotify Zahlungen f\u00fcr Komponisten und Texter an die <strong>GEMA<\/strong> (Leute die nur die Stimmen beisteuern bekommen davon nichts). Auf Grund des extrem unfairen <strong>Verteilungsschl\u00fcssels<\/strong>, den die GEMA bei der Aussch\u00fcttungsberechnung anwendet, sind Top 100 Titel stark bevorteilt. Alle anderen gucken &#8218;in die R\u00f6hre&#8216;. Stream ist in Deutschland nicht gleich Stream. Die <strong>Hit Streams bekommen von der GEMA mehr Geld pro Stream<\/strong>, als die anderen weniger erfolgreich laufenden Songstreams.<br \/>\nWie das im Musikbusiness so ist, wird nat\u00fcrlich alles ziemlich geheimgehalten. Keiner (ausser nat\u00fcrlich den Musikunternehmen und u.U. den Streaming-Betreibern) weiss wieviel genau ausgesch\u00fcttet wird und wieviel sich die Publishing-T\u00f6chterunternehmen der Musikkonzerne davon abzwacken. Es ist vielen K\u00fcnstlern nichtmal ersichtlich, wieviel Abspielungen ihrer Songs insgesamt und bei welchem Dienst im einzelnen \u00fcberhaupt verg\u00fctungspflichtig stattfinden und wie hoch da jeweils die Aussch\u00fcttungen sein m\u00fcssten. Das ist f\u00fcr die K\u00fcnstler keine gute Situation.<\/p>\n<p><b>Zum Schluss m\u00fcssen wir noch ein weiteres Einnahmen-Problemfeld der K\u00fcnstler in Deutschland ansprechen: <\/b><br \/>\nWer jeden Tag stundenlang Musik per On-Demand Dienst streamt kann nat\u00fcrlich <strong>nicht gleichzeitig UKW Radio h\u00f6ren<\/strong>. Die Verg\u00fctungen, die die K\u00fcnstler derzeit durch klassische Radioverbreitung erhalten werden <strong>ohne Zweifel sinken<\/strong>. Viele Radiosender, vor allem die, <strong>die sich an ein j\u00fcngeres Publikum wenden<\/strong>, werden gar &#8218;dicht machen&#8216; (wg zu geringer Reichweite und dadurch zu geringen Werbeeinnahmen). Das alles muss man nat\u00fcrlich gegenrechnen.<br \/>\n<i>In den USA gibt es dieses Problem nicht, da dort Radioabsielungen nicht verg\u00fctet werden.<\/i><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.lesen.net\/ebook-news\/mega-star-verlaesst-spotify-befeuert-angst-vor-streaming-kollaps-16057\/\">lesen.net<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Goodbye forever? US Nummer 1 Popstar Taylor Swift verbietet dem schwedischen Musikstreaming Dienst Spotify die Abspielung aller ihrer Songs. Ein Streit \u00fcber die Verg\u00fctungsh\u00f6he gilt als Ursache des R\u00fcckzugs der besonders in den USA sehr beliebten S\u00e4ngerin. Spotify bezichtigt im Gegenzug den Popstar der &#8218;Undankbarkeit&#8216;.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[18,22],"tags":[1097,1322,1363],"class_list":["post-10290","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik-business","category-superstar-news","tag-on-demand-streaming","tag-spotify","tag-taylor-swift"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":10300,"url":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/taylor-swift-historischer-usa-charterfolg\/","url_meta":{"origin":10290,"position":0},"title":"Taylor Swift: historischer Charterfolg in den USA","author":"OLJO-Team","date":"20. 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