{"id":10642,"date":"2015-02-12T05:39:49","date_gmt":"2015-02-12T04:39:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/?p=10642"},"modified":"2016-01-16T17:25:48","modified_gmt":"2016-01-16T16:25:48","slug":"musikmarkt-frankreich-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/musikmarkt-frankreich-2014\/","title":{"rendered":"Musikmarkt Frankreich 2014 + Was kostet Album Promo?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was kostet es eigentlich ein neues Album zu promoten?<\/strong> Erhellendes dazu hat die <strong>franz\u00f6sische Musikindustrie<\/strong> offiziell verlautbart:<br \/>\nIm Jahr 2014 gaben die franz\u00f6sischen Niederlassungen der 3 gro\u00dfen Musikkonzerne (Universal Music France, Sony Music France und Warner Music France) zusammen 44 Mio \u20ac f\u00fcr die Promotion-Aktivit\u00e4ten bez\u00fcglich der 242 im Jahr 2014 in Frankreich vermarkteten neuen Alben franz\u00f6sischer K\u00fcnstler aus. Im Schnitt also kostet die Promotion eines neuen Albums 182.000\u20ac. 13 Mio \u20ac dieser 44 Mio wurde f\u00fcr Alben der 119 neu ins Repertoire dieser 3 Musikkonzerne aufgenommenen franz\u00f6sischen\/franz\u00f6sischsprachigen K\u00fcnstler ausgeben. Im Schnitt also um die 109.000\u20ac je K\u00fcnstler bzw Album.<br \/>\n<i>79 Alt-Vertr\u00e4ge mit franz\u00f6sischen K\u00fcnstlern wurden 2014 von den 3 Konzernen \u00fcbrigens gek\u00fcndigt<\/i>.<\/p>\n<p>Man kann davon ausgehen, dass die Album Promotion in Deutschland etwas teurer ist, als in Frankreich, da bei uns ein gr\u00f6\u00dferer Markt zu beackern ist. Es kann daher gut sein, dass eine durchschnittliche Albumpromotion (z.B. mit TV Werbespots, Internetspots, Internetwerbung, Zeitungs\/Zeitschriftenwerbung, Radiospots, Facebook-Promo, Litfasss\u00e4ulen, Billboards usw.) in Deutschland 200.000 \u20ac bis 250.000\u20ac kostet. Die Zahl der tats\u00e4chlich wirklich intensiv beworbenen Alben d\u00fcrfte eh \u00fcberschaubar sein. F\u00fcr diese grob gesch\u00e4tzt 30 bis 50 Alben pro Jahr k\u00f6nnten Promotionbudgets von im Schnitt an die 500.000\u20ac in den Einsatz kommen. Erst ab 50.000 verkauften Alben aufw\u00e4rts wird bei so stark promoteten Alben Gewinn m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, wieviele Musik-Titel die 3 Musikkonzerne den franz\u00f6sischen Radiostationen vorgestellt haben. Es erscheint uns logisch nachvollziehbar, dass ein Album ja eher erfolgreich sein m\u00fcsste, wenn Leadsingles bzw Singleauskopplungen daraus im Radio gespielt werden. Hier gibt es f\u00fcr Frankreich einen schweren Einbruch zu vermelden. Nur noch 11,5% aller neu im franz\u00f6sischen Radio ausgestrahlten Titel stammten von K\u00fcnstlern aus Frankreich. Vor 7 Jahren waren das noch fast 25%. Trotzdem erreichte der Absatzanteil von Alben francophoner K\u00fcnstler 2014 einen utopischen H\u00f6chstwert jenseits der 75%&#8230;<\/p>\n<p>Insgesamt wurden 708 verschiedene Titel franz\u00f6sischer K\u00fcnstler im franz\u00f6sischen Radio ausgestrahlt. Das sind 24% weniger, als noch vor 7 Jahren. Die Zahl der H\u00f6rerkontakte nahm gar um 31% von 68 Mrd (2007) auf 47 Mrd im Jahr 2014 ab, da die Sender die Ausstrahlung von Songs franz\u00f6sischer K\u00fcnstler in &#8218;h\u00f6rerarme&#8216; Zeiten verlagerten. (Der Radio Hit des Jahres 2014 in Frankreich war &#8218;Happy&#8216; von Pharrell Williams mit 1,9 Mrd H\u00f6rerkontakten. Alle Songs von Avicii kamen 2014 im franz\u00f6sischen Radio auf 2,5 Mrd H\u00f6rerkontakte)<\/p>\n<p>Des weiteren wurden im Jahr 2014 <strong>448 neue Titel franz\u00f6sischer\/franz\u00f6sischsprachiger K\u00fcnstler im franz\u00f6sischen Radio mindestens 1 mal gespielt<\/strong>. Das sind immerhin 7% mehr als 2013. <strong>Aber nur ganze 10 dieser 448 neuen Titel machten 75% aller Abspielungen dieser 448 Songs aus&#8230;<\/strong><br \/>\nTrotz der relativ gro\u00dfen Zahl neuer Titel ist es in Frankreich also so, dass sich vor allem auch die wichtigen Jugend-Radiosender 2014 bei der Ausstrahlung im Grunde auf nur 10 neue Titel konzentrierten. Bei 4 gro\u00dfen &#8218;Jugend-Radiosender&#8216; Frankreichs kamen die 50 meistgespielten NEUEN Titel francophoner K\u00fcnstler auf glatte 100% der Abspielungen, was neues francophones Repertoire betrifft. Das heisst, dass nur 50 der insgesamt 448 neu im Radio erschienenen francophonen Songs von den jugendaffinen Radiosendern \u00fcberhaupt gespielt wurden.<br \/>\n(untersuchte Sender: NRJ, Skyrock, Funradio und Virgin Radio. <i>Francophon&#8216;<\/i> bedeutet auf franz\u00f6sisch gesungen, oder von Franzosen ma\u00dfgeblich produziert und interpretiert. &#8218;francophon&#8216; beinhaltet daher auch franz\u00f6sischsprachige Musikproduktionen aus den franz\u00f6sischsprachigen Landesteilen Kanadas, Belgiens, der Schweiz und Afrika).<br \/>\n(Quelle: Observatoire de la radio\/Yacast)<\/p>\n<p><strong>Insgesamt gelangten 2014 22 der 448 im Jahr 2014 neu herausgekommenen Songs franz\u00f6sischer\/franz\u00f6sischsprachiger Interpreten der Sprung in die Top 100 der im Radio meistabgespielten Songs des Jahres 2014<\/strong>. Das sind 30% weniger, als noch 2007. Weitere 12 Songs franz\u00f6sischer K\u00fcnstler, die vor 2014 ver\u00f6ffentlicht wurden (meist aus dem Jahr 2013 stammend) gelangten 2014 ebenfalls in die Top 100 Liste. Insgesamt also 34.<br \/>\n<strong>In Deutschland waren es im Jahr 2014 lediglich 15 Hits von 12 deutschen K\u00fcnstlern, die es mit ihren Hits in die Radio Jahres Top 100 geschafft haben<\/strong>&#8230;<\/p>\n<p>Die <strong>Top 100 meistgespielten Songs<\/strong> machten 2014 <strong>26,9% aller Spins von Pop-Songs im franz\u00f6sischen Radio aus<\/strong>. Das ist der <strong>h\u00f6chste je gemessene Anteil<\/strong> (2007 z.B. waren es erst 22,9%).<br \/>\nEs ist bei franz\u00f6sischen Radiosendern eine zunehmende Konzentration der Abspielungen auf relativ wenige Titel zu beobachten, die gnadenlos durchgenudelt werden, wobei gerade in den Haupteinschaltzeiten immer weniger Titel franz\u00f6sischer\/francophoner K\u00fcnstler eingesetzt werden.<\/p>\n<h2>Musikmarkt Frankreich im Jahr 2014: <\/h2>\n<p>Sowohl in Deutschland, als auch in Frankreich <strong>widersprechen die Verkaufszahlen bei Alben in eklatanter Weise den Radioabspielwerten<\/strong>. Fast <strong>60%<\/strong> des Musikabsatzes in Deutschland, waren <strong>von deutschen K\u00fcnstlern bzw. waren deutschsprachig<\/strong>. In Frankreich erreichte der <strong>Anteil franz\u00f6sischer bzw. auf franz\u00f6sisch singender Interpreten insgesamt sogar 74% des Gesamtumsatzes<\/strong>. Die gesamten <strong>Jahres Album Top 10<\/strong> in Frankreich belegen 2014 <strong>francophone K\u00fcnstler<\/strong>.<br \/>\nDas ist nat\u00fcrlich mit der zuvor ge\u00e4usserten Vermutung, dass geringeres Radio-Airplay den Albumabsatz negativ beeinflusst auf den Ersten blick nicht in \u00dcbereinstimmung zu bringen. Es ist jedoch so, dass sich das Radioairplay, besonders was francophone Titel betrifft, zunehmend auf eben die Top K\u00fcnstler mit erfolgreichen Alben konzentriert.<\/p>\n<p><strong>Album Hits des Jahres in Frankreich 2014:<\/strong><br \/>\n<strong>1. &#8218;Racine Caree&#8216;<\/strong> von <strong>Stromae<\/strong> (aus Belgien, Verkaufszahl insgesamt seit Ver\u00f6ffentlichung: fast 2 Mio Einheiten, davon 2014: ca 0,75 Mio (bis Sept 2014 0,65 Mio), 2013: 1,16 Mio, <a href=\"http:\/\/www.chartsinfrance.net\/Stromae\/news-93381.html\" target=\"_blank\">offizi\u00f6se Infoquelle<\/a> )<br \/>\n<strong>2. &#8218;Kendji&#8216;<\/strong> von <strong>Kendji Girac<\/strong> (Sieger einer Castingshow 2014, Verkaufszahl 500 TSD bis 650 TSD)<br \/>\n<strong>3. &#8218;Mini World&#8216;<\/strong> von <strong>Indila<\/strong> (Verkaufszahl 500 TSD bis 650 TSD).<br \/>\n.<br \/>\n96. Milky Chance &#8211; Sad Necessary<br \/>\n(einziges in den Jahres Album Top 200 vertretenes Album eines deutschen Musik Acts)<\/p>\n<p><strong>Single Hits des Jahres in Frankreich 2014:<\/strong><br \/>\n1. Pharrell Williams &#8211; Happy (USA)<br \/>\n2. Lily Wood &#038; The Prick &#038; Robin Schulz &#8211; Prayer In C (F\/DE)<br \/>\n3. Sia &#8211; Chandelier (AUS)<br \/>\n4. Indila &#8211; Derni\u00e8re Danse (F)<br \/>\n5. Milky Chance &#8211; Stolen Dance (DE)<br \/>\n..<br \/>\n8. Mr Probz &#038; Robin Schulz &#8211; Waves (NL\/DE)<br \/>\n<i>Entt\u00e4uschend: Nur eine einzige &#8218;echte&#8216; deutsche Musik-Produktion einer unabh\u00e4ngigen Plattenfirma gelangte in die Single Top 200 des Jahres in Frankreich.<\/i><\/p>\n<p>Insgesamt erreichte die <strong>Musikindustrie in Frankreich im Jahr 2014<\/strong> ohne die Einnahmen aus der Rechteverwertung einen <strong>Jahresumsatz von 460,4 Mio \u20ac<\/strong> (7,08\u20ac pro Kopf der Bev\u00f6lkerung, Deutschland 2014: ca. 18,23\u20ac pro Kopf)<br \/>\nDer Entwicklung des Umsatzes gegen\u00fcber 2013: -5,3%. (Deutschland: +1,8%).<br \/>\nDer <strong>Umsatz mit Songs-Downloads \u00fcber das Internet nahm 2014 um 19% auf 21,6 Mio \u20ac ab<\/strong> (das entspricht in etwa einer Verkaufszahl in St\u00fcck von <strong>27 Mio<\/strong>). <i>Der in Frankreich noch vor 4 Jahren bedeutende Verkauf von Songs \u00fcber Handys ist 2014 durch einen Einbruch von <strong>-82%<\/strong> bedeutungslos geworden (Umsatz nur noch 0,3 Mio \u20ac).<\/i><br \/>\nDer <strong>Umsatz mit Albumdownloads sank<\/strong> ebenfalls um <strong>19%<\/strong> auf 27,5 Mio \u20ac (entspricht etwa 3,6 Mio St\u00fcck).<br \/>\nDer <strong>Album CD \/ Album Vinyl Umsatz<\/strong> verringerte sich 2014 in Frankreich um 11,5% auf 325 Mio \u20ac (Absatzzahl: <strong>24,9 Mio St\u00fcck<\/strong>, davon 672.000 (+42%) Album Vinyls).<br \/>\nDer <strong>Albumabsatz insgesamt<\/strong> verringerte sich 2014 gegen\u00fcber 2013 um knapp 13% auf <strong>28,5 Mio<\/strong>. (Deutschland ca. 100 Mio, ca -1,5%)<\/p>\n<p>Die Zahl der <strong>ausgelieferten Audiostreams<\/strong> stieg 2014 in Frankreich um 40% auf <strong>12 Mrd<\/strong>. Der Anteil der 52 w\u00f6chentlichen Top 200 Titel an diesen 12 Mrd belief sich nach unserer Sch\u00e4tzung auf 20% bis 25%. <\/p>\n<blockquote><p>Info: An Hand der Daten der aktuellen Woche (7\/2015) w\u00fcrde die Nummer 2 am franz\u00f6sischen Streamingmarkt, das Unternehmen Spotify, mit den Top 200 meistabgespielten Titeln aufs Gesamtjahr hochgerechnet 742 Mio Streams ausliefern. Wir sch\u00e4tzen den Marktanteil von Spotify in Frankreich auf maximal 30%. Marktf\u00fchrer mit 55-70% ist Deezer. <\/p><\/blockquote>\n<p>Die <strong>Zahl der &#8218;zahlenden&#8216; Streaming Abonnenten<\/strong> erh\u00f6hte sich um 0,56 Mio (39%) auf <strong>2 Mio<\/strong>. Die Zahl der &#8218;Gratis Nutzer&#8216; soll 9 Mio betragen. Sollte man annehmen, dass es tats\u00e4chlich 2 Mio Abonnenten gibt, die im Schnitt den Normalpreis von 9,99\u20ac monatlich zahlen, m\u00fcsste eigentlich allein im Abobereich ein Umsatz von 109 Mio \u20ac ausgewiesen werden (laut Mitteilung gehen 45,6% der Abogeb\u00fchr direkt an die Musikindustrie). Tats\u00e4chlich bringt das Abo-Streaming laut Statistik der franz\u00f6sischen Musikindustrie aber nur einen Umsatz von <strong>48 Mio \u20ac<\/strong>. Werbefinanzierte Gratis-Streams (das sind 70% bis 75% aller Streams) erwirtschaften einen Umsatz von 13,1 Mio \u20ac.<br \/>\nEs ist daher anzunehmen, dass ein sehr gro\u00dfer Anteil der Abos gesponsort werden (z.b. alle wichtigen in Frankreich aktiven Streamingdienste kooperieren mit je einem Mobilfunkunternehmen). Wir vermuten, dass Kunden, die tats\u00e4chlich ein 10\u20ac Premium-Monatsabo bezahlen ganz klar in der Minderheit sein m\u00fcssen.<br \/>\nHierbei gilt es zu bedenken, dass der &#8218;Durchschnitts-Franzose&#8216; \u00fcber 12 Jahre bis 65 Jahre f\u00fcr den Erwerb von Tontr\u00e4gern <strong>im Jahr nur rund 4,60\u20ac<\/strong> ausgibt. (Abgezogen sind die 4,5% der Franzosen, die als &#8218;heavy buyer&#8216; mit 80\u20ac je Kopf pro Jahr f\u00fcr knapp 50% des Tontr\u00e4gerumsatzes sorgen).<br \/>\n11 Mio \u20ac Umsatz erwirtschaftet die franz. Musikindustrie mit Werbeeinnahmen aus dem Videostreaming. <\/p>\n<h2>Musikmarkt Frankreich und Deutschland: Audio Streaming &#8211; ein aufkommendes Einnahme-Problem f\u00fcr einheimische Interpreten und Musik-Autoren?<\/h2>\n<p>Die oben erw\u00e4hnten sehr <strong>hohen Umsatzwerte<\/strong> f\u00fcr sogenanntes <strong>lokales Repertoire<\/strong>, die durch hohe Albumverkaufszahlen gepr\u00e4gt sind, k\u00f6nnten m\u00f6glicherweise <strong>mittelfristig der Vergangenheit angeh\u00f6ren<\/strong>. Obwohl es wohlweisslich keine Statistiken der Musikindustrie dar\u00fcber gibt, stellen wir fest, dass sich sogenanntes lokales Repertoire bei den zunehmend umsatztr\u00e4chtiger werdenden Streamingdiensten, die extrem songbasiert sind, ganz stark im <strong>Hintertreffen<\/strong> befindet.<\/p>\n<p>In den <strong>aktuellen franz\u00f6sischen Wochencharts des Streaminganbieters Spotify<\/strong> zum Beispiel findet man nur <strong>14 franz\u00f6sischsprachige Titel<\/strong> und 3 englischsprachige mutma\u00dflich mehrheitlich franz\u00f6sische Musikproduktionen. Insgesamt also 17.<br \/>\nIn den deutschen Spotify Charts befinden sich 9 deutschsprachige Titel (meist ausserhalb der Top 50) und 2 ma\u00dfgeblich von Deutschen produzierte englischsprachige Songs. Insgesamt bei uns also nur 11. (Zum Vergleich: Schwedens Spotify Top 100 der aktuellsten Woche mit 21 einheimischen Produktionen)<br \/>\nDer <strong>Anteil der Abspielungen von Songs lokaler K\u00fcnstler an den Abspielungen aller Top 100 Titel bei Spotify<\/strong> unterschreitet aktuell sowohl in Deutschland, als auch in Frankreich die <strong>10% Marke<\/strong>. <strong>Das ist ganz schwach!<\/strong> (Zum Vergleich: Schweden mit ca. 16,8%).<\/p>\n<p>Eine <strong>goldene Zukunft f\u00fcr das lokale Repertoire<\/strong> s\u00e4he unserer Ansicht nach denn doch ganz anders aus. Man sieht an den Beispielen Norwegen, Schweden und D\u00e4nemark, dass bei einem Zusammenbruch des Album CD Marktes, wie er in den nordischen L\u00e4ndern aktuell zu beobachten ist, die einheimischen K\u00fcnstler (d.h. die Interpreten, Texter und Komponisten) eine ihrer Haupteinnahmequellen zumindest im Inland zu einem ganz erheblichen Teil verlustig gehen. Entsprechendes vermelden auch die Musikindustrieorganisationen dieser L\u00e4nder. Das aber nat\u00fcrlich nur kleingedruckt und kleinlaut.<br \/>\nProblem ist, dass die Nachfrage bei Streamingdiensten schon eine <strong>gewisse Korrelation zur aktuellen, aber auch zur historischen Radiodiffusion aufweist<\/strong>. Im Radio beherrschte und beherrscht eben Englischsprachiges aus Amerika und England den \u00c4ther. Wobei in Frankreich durch ein Gesetz die Radioabspielungen einheimischer K\u00fcnstler stark gef\u00f6rdert werden und wurden. Dieses Gesetz gilt aber naturgem\u00e4\u00df nicht f\u00fcr Streamingdienste und wirkt sich indirekt durch den vergleichsweisen hohen Radiomarktanteil dennoch nur ziemlich eingeschr\u00e4nkt auf die Streaming Nachfrage aus. Umso dringlicher ist es f\u00fcr einheimische K\u00fcnstler, den Weg &#8218;ins Ausland&#8216; zu schaffen, um dort an viele &#8218;Plays zu kommen&#8216;. Das gelingt nur praktisch keinem aus Frankreich, geschweige denn aus Deutschland. <\/p>\n<h3>Zusammenfassung Musikmarkt Frankreich 2014:<\/h3>\n<p><strong>Die Kennzahlen<\/strong><\/p>\n<p>GESAMT: <strong>460 Mio \u20ac<\/strong> Umsatz<\/p>\n<p><strong>Song Downloads:<\/strong> ca. 27 Mio St\u00fcck (-19%)<br \/>\n<strong>Album Downloads:<\/strong> ca. 3,6 Mio St\u00fcck (-19%)<br \/>\n<strong>Album CDs:<\/strong> 24,3 Mio St\u00fcck (-11%)<br \/>\n<i>Vinyl Alben: 0,7 Mio St\u00fcck (+42%)<\/i><br \/>\n<strong>Audio-Streams:<\/strong> 12 Mrd (umgerechnet in Song Download \u00c4quivalenten 1 zu 100 \u00e1 la UK: 120 Mio) (+40%)<br \/>\nUmsatzanteil des &#8218;lokalen&#8216; Repertoires (francophon) am Gesamtumsatz: 74%.<br \/>\n<strong>Video Streams:<\/strong> 11 Mio \u20ac Umsatz (+49%), grob gesch\u00e4tzt <strong>3 bis 4 Mrd Musikvideostreams<\/strong>.<br \/>\nGratis Audio Streams: 13 Mio \u20ac Umsatz (+20%). <i>Umsatz je 1000 Streams: ca. -20%<\/i>.<\/p>\n<p><strong>Aussichten f\u00fcr 2015:<\/strong><br \/>\nAuch 2015 kann man nicht davon ausgehen, dass der franz\u00f6sische Musikmarkt auf einen Wachstumspfad einschwenken wird. Ganz im Gegenteil. Es k\u00f6nnte sogar sein, dass sich im laufenden Jahr der Umsatzr\u00fcckgang beschleunigen wird. Erst ein Wirtschaftsaufschwung, der die Jugendarbeitslosigkeit signifikant reduziert, k\u00f6nnte eine Trendwende bringen. Der ist aber nicht in Sicht.<br \/>\nDie Bedeutung des Streamings (Audio + Video) wird 2015 auf 20% bis 25% Marktanteil zunehmen. (2014: 16%)<\/p>\n<p>(Quellen: musikindustrie.de, snepmusique.com, Spotify und eigene Datenermittlungen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musikmarkt Frankreich 2014: die Umsatzentwicklung verlief im vergangenen Jahr negativ. Der Album CD Absatz sank um \u00fcber 10%, der Download Absatz gar um fast 20%. Einzig das Audio Streaming und das Video Streaming mit Musikvideos ist weiter im Aufwind. Pro Kopf gaben die Franzosen 2014 im Schnitt f\u00fcr den Kauf von Tontr\u00e4gern nur rund ein Drittel dessen aus, was Deutsche im vergangenen Jahr f\u00fcr Tontr\u00e4ger an den Kassen liessen.<br \/>\nZusatzinfo: Was kostet es so ungef\u00e4hr die Musikkonzerne ein Album zu promoten und wieviele Alben promoteten sie \u00fcberhaupt in Frankreich? <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[2031,2033,2034,2030,1886,2032,997,1322,1343],"class_list":["post-10642","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik-business","tag-2031","tag-audio-streaming","tag-deezer","tag-frankreich","tag-indila","tag-kendji-girac","tag-musikmarkt","tag-spotify","tag-stromae"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":10261,"url":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/transformation-musikmarkt-schweden-betoncharts\/","url_meta":{"origin":10642,"position":0},"title":"Transformation Musikmarkt Schweden &#8211; die Betoncharts","author":"OLJO-Team","date":"18. 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Der St\u00fcckzahlenabsatz von Tontr\u00e4gern nimmt auf Grund wachsender Popularit\u00e4t von Musik Downloads deutlich zu. Der Album CD Markt sank 2011 nicht weiter. H\u00f6chstes Wachstum erzielte der Album Download Bereich.","rel":"","context":"In &quot;Musik-Business&quot;","block_context":{"text":"Musik-Business","link":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/themen\/musik-business\/"},"img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]},{"id":4404,"url":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/wachstum-musikdownloads-verkaufszahlen-deutschland-musikindustrie\/","url_meta":{"origin":10642,"position":5},"title":"Deutsche Musikindustrie: 2010 Hohes Wachstum bei Musikdownloads","author":"OLJO-Team","date":"19. August 2010","format":false,"excerpt":"Die deutsche Musikindustrie meldet f\u00fcr das erste Halbjahr 2010 hohe bis sehr hohe Wachstumsraten im Verkauf von digitalen Musikdownloads. Besonders erfolgreich verlief im ersten Halbjahr 2010 der Verkauf von Album Downloadbundles. Im Pro Kopf Absatz bleibt Deutschland hinter den f\u00fchrenden M\u00e4rkten (USA, England, Kanada) aber immer noch weit zur\u00fcck.","rel":"","context":"In &quot;Musik-Business&quot;","block_context":{"text":"Musik-Business","link":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/themen\/musik-business\/"},"img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10642","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10642"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10642\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10642"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10642"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10642"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}