{"id":11399,"date":"2016-04-13T00:18:04","date_gmt":"2016-04-12T22:18:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/?p=11399"},"modified":"2018-11-13T15:30:37","modified_gmt":"2018-11-13T14:30:37","slug":"musikindustrie-plant-radikalen-angriff-auf-youtube","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/musikindustrie-plant-radikalen-angriff-auf-youtube\/","title":{"rendered":"Plant die Musikindustrie radikalen &#8218;Angriff&#8216; auf Youtube?"},"content":{"rendered":"<p>Bei einem Treffen von <strong>F\u00fchrern der gro\u00dfen Musikkonzerne<\/strong> in London aus Anlass der Ver\u00f6ffentlichung des <strong>IFPI Jahreslagenberichtes der globalen Musikwirtschaft<\/strong> lie\u00dfen sich heute <strong>\u00e4usserst schrille und agressive T\u00f6ne<\/strong> insbesondere der Vertreter von Sony Music und Universal Music vernehmen. Diese beiden Konzerne beherrschen zusammen mit Warner Music weit \u00fcber<strong> 85% des kommerziellen Musikvertriebes<\/strong> in der Welt.<br \/>\n<strong>Hauptaugenmerk<\/strong> richteten die 3 Konzerne dabei auf Googles <strong>Youtube<\/strong>. Sie beklagten sich <strong>bitterlich<\/strong> dar\u00fcber, dass die angeblich 900 Mio Youtubenutzer (Fakt ist, dass niemand genau weiss wieviele Internetnutzer je Land und weltweit gerechnet Youtube \u00fcberhaupt nutzen) den Musikkonzernen durch Verbreitung von Musikvideos im Jahr 2015 lediglich <strong>630 Mio US$<\/strong> (ca 570 Mio \u20ac) an Einnahmen beschert haben. Das w\u00e4re viel zu wenig, wenn man das vergleichen w\u00fcrde mit dem was die <strong>68 Mio Audio-Streaming Abo-Kunden<\/strong> der Musikindustrie an Einnahmen erbracht h\u00e4tten. 2.000 Mio US$ Umsatz erzielte die Musikindustrie 2015 durch zahlende Audio-On-Demand Abonnenten, davon 275 Mio US$ in Deutschland.<br \/>\nDas sind komischerweise nur 2,45$ pro Monat je Abonnent. Seltsam!<\/p>\n<p>Normalpreis solcherart Abos ist 10 US$ je Abonnent und Monat in den USA und sogar 11 US$ (umgerechnet) in der EU.<br \/>\nWo bleiben eigentlich die anderen Milliarden, die durch Audio-Streaming umgesetzt werden? Die L\u00fccke bel\u00e4uft sich auf mindestens 2,5 MRD US$. Es k\u00f6nnten sogar 3,5 MRD US$ und mehr sein. W\u00fcrde jeder Abo-Zahler 10 US$ im Monat bezahlen, erg\u00e4be das bei 68 Mio Abonennementen einen Jahresumsatz von sogar 8,6 MRD US$. Die L\u00fccke l\u00e4ge dann gar bei 6,6 MRD US$, die nicht bei der Musikindustrie landen. (Anmerkung: <strong>die allermeisten Audio-Streaming Abonnenten sind durch Zugabe z.B. beim Handykauf mit einem f\u00fcr sie zun\u00e4chst ann\u00e4hernd kostenfreien Zugang versorgt worden<\/strong>, meist f\u00fcr die Dauer des Vertrages bzw f\u00fcr 2 Jahre. Was f\u00fcr diese Art von Vertr\u00e4gen an Umsatz erzielt wird, scheint nicht allzuviel zu sein, sonst m\u00fcssten die Einnahmen der Musikindustrie aus den Abos ja h\u00f6her sein&#8230;). <strong>Es wird demnach subventioniert ohne Ende, aber jammern&#8230;das haben wir gerne ^^<\/strong><br \/>\nGewinne macht jedenfalls <strong>kein einziges<\/strong> im Musikvertriebssegment Audio-Streaming aktives Unternehmen. Viele sind bereits in den <strong>Konkurs<\/strong> gegangen.<\/p>\n<p>Anzumerken ist hier unbedingt, dass die Musikkonzerne zusammen offiziell zusammen <strong>einen Anteil von Nahe bei 20% am Unternehmen Spotify besitzen<\/strong>, dem Marktf\u00fchrer weltweit beim Audiostreaming. Sch\u00e4rfster Konkurrent von Spotify ist Youtube, als Marktf\u00fchrer beim Musikvideostreaming. Unbekannt ist, ob Musikkonzerne z.B. \u00fcber panamesische <strong>Briefkastenfirmen<\/strong>, oder \u00e4hnlichen Konstrukten, einen vielleicht noch h\u00f6heren Anteil an Spotify kontrollieren.<\/p>\n<h2>Welchen Umsatz bringt Musikvideostreaming bei Youtube?<\/h2>\n<p>Von den in der EU und Nordamerika zusammen sch\u00e4tzungsweise etwa <strong>420 Mrd ausgelieferten Videostreams<\/strong>, die im jahr 2015 Musikinhalte hatten, leistete <strong>Youtube<\/strong> etwa 90%, macht round-a-bout <strong>378 Milliarden Musikvideostreams<\/strong>. Datengrundlage: Laut offizieller Mitteilung der US Musikindustrie wurden im Jahr 2015 von den 310 Mio US Amerikanern insgesamt <strong>173 MRD<\/strong> Musikvideos angesehen. <\/p>\n<p>EU Staaten und Nordamerika zusammen d\u00fcrften f\u00fcr rund 90% der Einnahmen der Musikindustrie aus dem Videostreaming der Musikindustrie bei Youtube verantwortlich sein. Macht <strong>567 Mio US$<\/strong>.<br \/>\nDemzufolge w\u00fcrden 1000 Videostreams bei Youtube (durch Nutzer in Nordamerika, oder der EU) der Musikindustrie im Schnitt ziemlich genau 1,50 US$ an Umsatz bringen.<br \/>\nVerst\u00e4ndlich, dass man ob dieser Zahlen unzufrieden ist? <\/p>\n<p>Wie dem auch immer sei, den Musikkonzernen platzt so langsam anscheinend der Kragen. Sie wollen Youtube in eine gigantische Cash-Cow verwandelt sehen. Hauptzielrichtung muss daher eigentlich sein die gratis (d.h. werbefinanzierte) zur Verf\u00fcgungstellung von Musikvideos bei Youtube zu beenden. Denn nur dadurch lie\u00dfen sich ausserordentliche Einnahmesteigerungen m\u00f6glicherweise verwirklichen. <\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang scheinen Musikkonzerne Google zu unterstellen viel zu wenig der Werbeeinnahmen, die die Musikvideoverbreitung bei Youtube dem Konzern Google erbringt an die Copyrightholder (meist die Musikkonzerne) zu \u00fcberweisen. Gut, die Konzerne wissen, was sie per 1000 Videostreams bei vevo.com verdienen und rechnen das bei Youtube dann entsprechend hoch. Unbekannt jedoch ist, wie hoch tats\u00e4chlich Googles Einnahmen bei Youtube wirklich sind. Das h\u00e4lt Google in eiserner Konsequenz geheim.<br \/>\nGoogle behauptet 50% der Werbeeinnahmen an die Copyrightholder auszusch\u00fctten. Dementsprechend l\u00e4gen unter Bezugnahmen auf die  oben erw\u00e4hnten 567 Mio US$ Einnahmen der Musikindustrie die Gesamteinnahmen aus dem Videostreaming bei Youtube allein durch Nutzer aus Nordamerika und Europa bei sch\u00e4tzungsweise 1.134 Mio US$. Google w\u00fcrde demnach also 567 Mio$ an Musikvideos der Musikkonzerne verdienen. <strong>Zu beachten ist hierbei aber der Sonderfall der VEVO Musikvideos. Weitere Erl\u00e4uterungen im folgenden Teil unseres Artikels:<\/strong><\/p>\n<p>Analysten der US Bank Morgan-Stanley behaupten, <strong>Youtube h\u00e4tte im Jahr 2015 insgesamt 6.600 Mio US$ Umsatz gemacht<\/strong>.<br \/>\nOffiziell machte Google im Jahr 2015 <strong>74,5 MRD US$ Umsatz<\/strong>. 14,9 MRd US$ haben davon Google Websites erbracht (darunter wohl auch Youtube).<br \/>\nEin <strong>Anteil von 8,9% am Gesamtumsatz<\/strong> (6,6 MRD US$)<strong> durch Youtube<\/strong> kann ohne weiteres als <strong>realistischer Wert<\/strong> angesehen werden.<br \/>\n<strong>Ende 2012!<\/strong> hatte Youtube offiziell bekannt gegeben, dass <strong>4 Milliarden Videos am Tag von Youtubenutzern angesehen werden<\/strong> (also Musikvideos + nat\u00fcrlich all die anderen Videos). Unsere Sch\u00e4tzung ist, dass es im Jahr 2015 an die 12,5 MRD pro Tag weltweit waren. Das w\u00e4ren 4.500 Milliarden Views insgesamt im Jahr 2015. Umgerechnet je Tausend Views bei 6600 Mio US$ Umsatz w\u00e4ren das 1,47$ Umsatz je 1000 Views. Bei circa 2,5 US$ je 1000 liegt dabei der Umsatz mit Musikvideos generiert durch Youtube-User in Nordamerika und Europa (EU). <\/p>\n<h2>Yotube &#038; VEVO!?<\/h2>\n<p><strong>Wie immer kommt der Gag zum Schluss:<\/strong> der weit \u00fcberwiegende Teil aller bei Youtube gestreamten Musikvideos entstammt der Kooperation von Youtube mit der den Musikonzernen Universal und Sony geh\u00f6renden Videoplattform <strong>VEVO<\/strong>. VEVO hat mit Youtube einen ganz speziellen Vertrag. <strong>Alle Werbeinnahmen, die bei Youtube gestreamte VEVO Musikvideos erbringen kassiert n\u00e4mlich VEVO direkt selbst und damit die Musikindustrie<\/strong> abz\u00fcglich nur einer relativ geringen Geb\u00fchr, die Youtube in Rechnung stellt.<br \/>\n<strong>Eine Steigerung der Einnahmen der VEVO Musikvideos bei Youtube ist daher praktisch nicht m\u00f6glich, ausser eben die Werbepreise w\u00fcrden steigen<\/strong>. Das Gegenteil jedoch ist der Fall. Die Preise fallen je 1000 Views. Das ist zwar \u00e4rgerlich, aber <strong>durch Google gar nicht zu beeinflussen<\/strong>.<br \/>\nGoogle f\u00fcr die Lage am Werbemarkt verantwortlich zu machen kann man als unprofessionell bewerten.<\/p>\n<h2>Musikindustrie und Gesetztesmacher, was l\u00e4uft da? <\/h2>\n<p>Weiterer Jammerpunkt der Musikindustrie ist, dass es zu oft und zu lange von unauthorisierten Personen hochgeladene origin\u00e4re Musikvideos der Musikindustrie bei Youtube gibt. Nur auf Youtube findet man Derartiges tats\u00e4chlich so selten, dass das kaum ins Gewicht fallen kann&#8230;deswegen zu Jammern erscheint eher l\u00e4cherlich, als dass man es ernstnehmen m\u00fcsste. Gejammert wird wahrscheinlich nur, um Leute zu beeinflussen, die von der Materie keine Ahnung haben, aber als Abgeordnete, bzw. Regierungsbeamte Gesetzte verfassen und verabschieden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Jedoch ist es, wie gesagt so, dass der weitaus \u00fcberwiegende Teil der bei Youtube gestreamten Musikvideos von VEVO bereitgestellt werden. <\/p>\n<p><strong>Klar ist, dass Youtube der Hauptkonkurrent der Audio-Streamingdienste ist<\/strong>. In den USA hat Youtube einen Anteil von rund 50% an allen im Internet gestreamten Musikinhalten. Das wollen sich die Musikkonzerne nat\u00fcrlich am liebsten vergolden lassen, oder Youtube durch irgendwelche Tricks vom Markt dr\u00e4ngen.<br \/>\nNeue Gesetze in ihrem Sinne k\u00e4me den Musikkonzerne gerade Recht!<\/p>\n<p>Mal sehen mit welchen Ideen die Leute von den Musikkonzernen in der n\u00e4chsten Zeit um die Ecke kommen. In den USA versuchen sie auch mit Hilfe einiger bei ihnen unter Vertrag stehender K\u00fcnstler<br \/>\nbereits Druck auf die Gesetztesmacher auszu\u00fcben. In Europa gilt \u00c4hnliches, denn die EU wird wahrscheinlich noch vor der diesj\u00e4hrigen Sommerpause eine wom\u00f6glich von der Musikindustrie vorformulierte Direktive verabschieden. Die EU zielt dabei mit einer &#8218;Digital Single Market Strategy&#8216; auf eine zeitgem\u00e4\u00dfe Aktualisierung der in der EU geltenden rechtlichen Verh\u00e4ltnisse.<br \/>\nDie EU Kommission beklagt dabei jedoch, wir zitieren: &#8222;dass die Musikindustrie sehr extreme Ansichten hinsichtlich einer Neufassung\/Aktualisierung der Urheberrechte vertritt und diese nur schwer in eine gerechte Balance hinsichtlich der Erwartungen der von Gesetzes\u00e4nderungen betroffenen europ\u00e4ischen Internetnutzer zu bringen ist&#8220;. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musikkonzerne wollen mit Musikvideos mehr Geld machen. Gratisvideos (werbefinanziert) bei Youtube sind den Managern der Konzerne zunehmend ein Dorn im Auge, weil die viel zu wenig an Umsatz machen. Welche Konsequenzen wird es geben? Gibt es etwa &#8218;bald&#8216; keine frei zug\u00e4nglichen Musikvideos mehr bei Youtube?<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":11840,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[1834,994,2212,1602],"class_list":["post-11399","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-musik-business","tag-google","tag-musikindustrie","tag-streaming","tag-youtube"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.oljo.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/news.jpg?fit=500%2C340&ssl=1","jetpack-related-posts":[{"id":226,"url":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/musikindustrie-kontrayoutube-den-krieg-erklart\/","url_meta":{"origin":11399,"position":0},"title":"Musikindustrie kontra Youtube!?","author":"OLJO-Team","date":"13. 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