{"id":4820,"date":"2010-11-30T14:42:33","date_gmt":"2010-11-30T12:42:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/?p=4820"},"modified":"2010-11-30T14:42:33","modified_gmt":"2010-11-30T12:42:33","slug":"musikmarkt-usa-album-cd-einzeltrack-absatz-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/musikmarkt-usa-album-cd-einzeltrack-absatz-krise\/","title":{"rendered":"Musikmarkt USA: CD Absatz im freien Fall? Digital jetzt auch in der Krise?"},"content":{"rendered":"<p>Wie Quartalszahlen der <b>Warner Music Group (WMG)<\/b>, dem drittgr\u00f6\u00dften Musikkonzern auf dem US Musikmarkt, vermuten lassen ist der Sinkflug im Bereich der Verkaufszahlen von Album CDs in den USA anscheinend unaufhaltsam. Im dritten Quartal (Juli &#8211; September 2010) sank der Warner Music Group Umsatz mit Tontr\u00e4gern ausserhalb des digitalen Bereichs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den USA von 206 Mio US$ auf nur noch 159 Mio US$. Im digitalen Bereich konnte \u00fcberraschend keine Umsatzsteigerung erzielt werden. Im dritten Quartal 2010 verkaufte Warner Music <b>in den USA<\/b> digitale Musikdateien im Wert von 104 Mio US-$, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren ebenfalls 104 Mio US-$ Umsatz mit Musikdownloads, digitalen Videos und Klingelt\u00f6nen erzielt worden. Zieht man die bei Einzeldownloads erfolgten Preiserh\u00f6hungen ab (im Schnitt ca + 20%), kann vermutet werden, dass sich nach St\u00fcckzahlen betrachtet ein nicht unerheblicher R\u00fcckgang der Verkaufsvorg\u00e4nge im digitalen Bereich ereignet da (besonders bei Klingeltonverk\u00e4ufen).<br \/>\nWarner Music kommt im dritten Quartal 2010 beim weltweiten Tontr\u00e4gerverkauf auf einen Gewinn von 7 Mio US$, im Vorjahr waren es noch 49 Mio US$. <br \/>&nbsp;<br \/>\nDie Umsatzzahlen des Nicht-digitalen Bereichs (CDs + Vinyl LPs) bedeuten, dass der Album CD Absatz bei Warner Music im zweiten Quartal um saftige 22,8 % zur\u00fcckgegangen ist. Man kann da ohne weiteres von einem schweren Einbruch sprechen. Auch der St\u00fcckzahlenabsatz ist sicher um mehr als 20% eingebrochen.<br \/>\nNicht unwahrscheinlich ist, dass auch Universal Music, Sony Music und EMI, die 3 anderen gro\u00dfen Player auf dem amerikanischen Musikmarkt, im Album CD Verkauf erhebliche R\u00fcckg\u00e4nge zu verkraften haben. Allein mit einem schwachbr\u00fcstigen Repertoire von Warner sind die R\u00fcckg\u00e4nge wohl nicht zu erkl\u00e4ren. Das spezifische Repertoire hat aber quartalsweise wohl schon einen gewissen negativen, oder gegebenenfalls positiven Einfluss. <br \/>&nbsp;<br \/>\n F\u00fcr den <b>US Album CD Gesamtmarkt<\/b> gehen wir daher im dritten Quartal 2010 von einem <b>Umsatzr\u00fcckgang in US$ von 15%<\/b> aus. Auch der St\u00fcckzahlenabsatz d\u00fcrfte weitgehend \u00e4hnlich hohe R\u00fcckg\u00e4nge erlebt haben. <br \/>&nbsp;<br \/>\n<b>Preiserh\u00f6hungen: US Verbraucher reagieren mit ausgepr\u00e4gter Kaufzur\u00fcckhaltung bei Einzeldownloads! <\/b><br \/>\nDer US Gesamtmarkt f\u00fcr digitale Musik soll laut dem Marktforschungsunternehmen Nielsen im Jahr 2010 in den USA im Wert nur um sp\u00e4rliche 5% wachsen, und das bei weiter ordentlich wachsenden Album Download Verk\u00e4ufen. Der Einzeltrack Absatz nach St\u00fcckzahlen d\u00fcrfte daher 2010 insgesamt stagnieren, oder ist sogar am Absinken. Darauf k\u00f6nnten zumindest die Warner Zahlen zum digitalen Umsatz hinweisen. Bei Warner Music m\u00fcsste der Einzeltrackabsatz nach St\u00fcckzahlen im zweiten Quartal um mindestens 5% unter den Vorjahreszahlen liegen, wom\u00f6glich aber gar bei minus 10% (wenn man ein als sicher geltendes Albumdownloadwachstum annimmt und den deutlichen R\u00fcckgang des Klingeltongesch\u00e4ftes mit einbezieht).<br \/>\nQuasi einzige <b>Ursache<\/b> f\u00fcr die entt\u00e4uschenden Verkaufszahlen bei Einzeldownloads (ohne Klingelt\u00f6ne) ist die <b>saftige Preisanhebung<\/b> von etwa durchschnittlich 20% (bei sehr vielen Titeln + 30%, nur wenige wurden im Preis um 30% gesenkt), die sich die US Musikkonzerne in Amerika (und bekanntlich noch ausgepr\u00e4gter in Deutschland) 2010 f\u00fcr Einzeltracks erlaubt haben.<br \/>\n\u00c4rgerlich an den Preiserh\u00f6hungen ist, dass diese nicht etwa mit Leistungsverbesserungen einhergehen. Die Preise wurden halt einfach mal so angehoben, schlicht und einfach um mehr Gewinn zu erzielen. So richtig scheint das Man\u00f6ver &#8218;Preis h\u00f6her = Umsatz h\u00f6her&#8216; aber nicht zu klappen. Zu viele US Musikk\u00e4ufer k\u00f6nnen sich mit einem Preis von 1,29 US-$ pro Einzeldownload noch nicht anfreunden, oder sind sogar stinksauer dar\u00fcber. Viele verringern daher offensichtlich die Zahl ihrer Musik Eink\u00e4ufe in den Download Shops. Nicht zu vergessen ist, dass die US Musikindustrie die Preise in einer Phase der Wirtschaftskrise und Rekordarbeitslosigkeit in Amerika angehoben hat und kein einziges Wort der Begr\u00fcndung \u00fcber die Preiserh\u00f6hungen verloren hat&#8230;<br \/>&nbsp;<br \/>\n\u00dcbrigens: In Deutschland laufen die Gesch\u00e4fte f\u00fcr Warner Music erheblich besser. Die Bedeutung des deutschen Musikmarktes f\u00fcr die Warner Music Group d\u00fcrfte prozentual an den Gesamterl\u00f6sen den h\u00f6chsten jemals erreichten Stand innehaben. Ganz \u00e4hnlich sieht es wahrscheinlich auch bei den anderen 3 &#8218;gro\u00dfen&#8216; Musikkonzernen aus.<\/p>\n<p><i>Quelle: Gesch\u00e4ftsbericht der Warner Music Group zum Quartal III (Juli-Sept 2010), einzusehen auf der Webseite wmg.com. <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Talfahrt: Die schwere Absatzkrise der US Musikindustrie setzt sich auch 2010 weiter fort. Darauf weisen Quartalszahlen des drittgr\u00f6\u00dften US Musikkonzerns Warner Music Group (WMG) hin. Der Album CD Umsatz dieses Konzerns bricht in den USA um fast 23% ein (in US$ \/ im Vergleich zum Vorjahr). Preiserh\u00f6hungsschock verursacht nun sogar auch eine Wachstumskrise beim Verkauf von digitalen Einzeltrack Musikdownloads. Der digitale Musikmarkt der USA soll 2010 vorraussichtlich stagnieren. Die Verluste im CD Bereich schlagen also voll durch.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[18,28],"tags":[470,1005,1314,1451,1521,1524],"class_list":["post-4820","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik-business","category-vermischtes","tag-emi","tag-musikmarkt-usa","tag-sony","tag-universal","tag-warner","tag-warner-music-group"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":9393,"url":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/musikmarkt-usa-2013-verkaufszahlenrueckgang-trotzdem-hoherer-umsatz\/","url_meta":{"origin":4820,"position":0},"title":"Musikmarkt USA 2013: Verkaufszahlenr\u00fcckgang in allen Bereichen. Trotzdem h\u00f6herer Umsatz!?","author":"OLJO-Team","date":"12. 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