{"id":5667,"date":"2011-04-15T17:07:29","date_gmt":"2011-04-15T16:07:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/?p=5667"},"modified":"2011-04-15T17:07:29","modified_gmt":"2011-04-15T16:07:29","slug":"musikmarkt-deutschland-welt-drittgrosster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/musikmarkt-deutschland-welt-drittgrosster\/","title":{"rendered":"Musikbusiness: Deutschland nun drittgr\u00f6sster Musikmarkt der Welt."},"content":{"rendered":"<p>Die vergleichsweise g\u00fcnstige Entwicklung auf dem deutschen Musikmarkt hatte im Jahr 2010 zur Folge, dass Deutschland zum <strong>drittwichtigsten Musikmarkt der Welt<\/strong> aufgestiegen ist. Das jahrelang auf Rang 3 befindliche England (Gro\u00dfbritannien) ist auf Grund der dortigen Wirtschaftskrise und der daraus resultierenden Marktschw\u00e4che beim erzielten Gesamtumsatz auf Platz 4 zur\u00fcckgefallen. Welt Platz 1: USA, Platz 2: Japan.<br \/>\n<br \/>&nbsp;<br \/>\nDer relative Erfolg der deutschen Musikindustrie basiert vor allem darauf, dass in Deutschland der Verkauf von traditionellen Musik CDs im Vergleich zu England noch nur sehr moderat zur\u00fcckgeht. In England hingegen hat es bei den Verkaufszahlen von Musik CDs im Jahr 2010 einen sp\u00fcrbaren R\u00fcckgang gegeben, der auch nicht durch wachsende Verk\u00e4ufe im Album Downloadsektor ausreichend abgefedert werden konnte. Der deutsche Tontr\u00e4germarkt profitiert hingegen erheblich davon, dass die allgemeine wirtschaftliche Lage in Deutschland vollkommen anders ist, als im krisengeplagten England.<br \/>\n<br \/>&nbsp;<br \/>\nBeim Pro Kopf Umsatz von Tontr\u00e4gern in Euro liegt in Grossbritannien jedoch weiterhin vor Deutschland. Wie offizielle Daten zeigen ist im laufenden Jahr 2011 in England das Wachstum im digitalen Bereich nur m\u00e4\u00dfig, der Album CD Absatz nimmt weiter ab. Im ersten Quartal 2011, (Januar bis M\u00e4rz) gab es in England ein Minus von 2,6% beim gesamt Albumabsatz, also CDs + Album Downloads. Die Absatzzahl betrug 26,99 Mio verkaufte Alben. Das Umsatzwachstum bei verkauften Einzeldownloads erreichte in England im ersten Quartal 2011 im Vergleich zum ersten Quartal 2010 einen Wert von +6,3%. Etwas h\u00f6her war die Wachstumsrate bei verkauften Album Downloads. Sch\u00e4tzungen erreichen im Schnitt ein Plus von etwa 15%. Der Album CD Absatz d\u00fcrfte in England im ersten Quartal 2011 um 4 bis 5% niedriger sein als im ersten Quartal 2010.<br \/>\nDer erzielte Bruttoumsatz ging in Quartal I &#8217;11 (gegen\u00fcber Q1 &#8217;10) um ca 1% zur\u00fcck. Der Erl\u00f6santeil von Song Downloads am gesamten Tontr\u00e4gerumsatz der englischen Musikindustrie wuchs innerhalb eines Jahres von 12,8% auf jetzt 15,5%. In den USA bel\u00e4uft sich dieser Anteil auf fast 33%. In Deutschland sind Einzeldownloads kommerziell noch immer v\u00f6llig unbedeutend. Nur bescheidene 3% des Gesamtumsatzes der deutschen Musikindustrie machen verkaufte Song Downloads aus, weitere ca 1% machen \u00fcbrigens immer noch verkaufte Single CDs aus. In den USA werden keine CD Singles mehr verkauft, in England haben CD Singles einen Marktanteil am Umsatz von nur 0,25%.<br \/>\nDie durchschnittlich h\u00f6chsten Preise f\u00fcr Song Downloads werden weltweit nat\u00fcrlich in Deutschland verlangt&#8230;<br \/>\nDaten zu den Umsatzerl\u00f6sen des ersten Quartals 2011 h\u00e4lt die deutsche Musikindustrie nat\u00fcrlich wie \u00fcblich geheim&#8230;Ein Umsatzwachstum hat es aber wohl nicht gegeben, das w\u00e4re sicher gemeldet worden.<br \/>\n<br \/>&nbsp;<br \/>\n<strong>Weltweit nahm 2010 der Umsatz mit Tontr\u00e4gern um steile 8,3% ab<\/strong>. Werte ab Minus 5 muss man als &#8218;Einbruch&#8216; klassifizieren.<br \/>\nIn Deutschland ging der erzielte Umsatz der Musikindustrie angeblich um 4,6% zur\u00fcck (die erheblichen Einnahmen die durch geahndete Copyrightverst\u00f6\u00dfe erzielt wurden sind dort nicht inkludiert). Die Zahl der von Deutschen <strong>illegal downgeloadeten Musikst\u00fccke<\/strong> ging laut Musikindustrie auf einen Wert zur\u00fcck, der <strong>niedriger<\/strong> ist, als im <strong>Jahr 2000<\/strong> und um \u00fcber 60% geringer ist, als zur Hochzeit des illegal Downloadens. Zugenommen hat aber das &#8218;Schulhof&#8216;-Tauschen. Der von der Musikindustrie behauptete Zusammenhang zwischen Umfang des illegalen Downloadens und der H\u00f6he des Musikabsatzes ist daher nicht stichhaltig nachzuweisen. Der Umsatz m\u00fcsste demnach eigentlich steigen (auch wenn es Schulhoftausch gibt, gab es fr\u00fcher ja auch&#8230;), stattdessen sinkt der Umsatz gem\u00fctlich weiter&#8230;<br \/>\nVor allem eine ausgepr\u00e4gte Album CD &#8218;Talfahrt&#8216; Absatzschw\u00e4che in den USA sorgte f\u00fcr das schwache Welt-Ergebnis. Die Bedeutung der europ\u00e4ischen Musikm\u00e4rkte f\u00fcr den Umsatzerl\u00f6se amerikanischer Musikprodukte hat sich auch 2010 erheblich erh\u00f6ht. Die amerikanische Konkurrenz ist vor allem im &#8218;Song Bereich&#8216; sehr gro\u00df, dort herrscht in Europa so etwas wie totale amerikanische Hegemonie. 2011 scheint sich durch die Aufwertung des Euro eine nochmalige Bedeutungserh\u00f6hung der europ\u00e4ischen M\u00e4rkte f\u00fcr US Musikproduktionen abzuzeichnen.<br \/>\nMehrere hundert Millionen Euro im Jahr verdient die US Industrie im \u00fcbrigen mit Abspielungsverg\u00fctungen, die Radio- oder TV Vorf\u00fchrungen in Europa per GEMA usw. einfahren. Gerade die Bedeutung von Abspielverg\u00fctungen nimmt rapide zu, da diese in der Erl\u00f6ssumme stabil bleiben, oder sogar anwachsen. Das betrifft (bis auf Deutschland) auch &#8218;Youtube Verg\u00fctungen&#8216;. Merklich steigern konnte besonders die deutsche Musikindustrie ihre Einnahmen, die sie mit in Musikvideos eingebettete Werbespots erzielen konnte. Diese Einnahmen werden nat\u00fcrlich, wie so vieles, geheim gehalten&#8230;.In Deutschland sch\u00e4tzen wir diese Einnahmen auf 10 Mio \u20ac mindestens (konservative Sch\u00e4tzung).<br \/>\n<br \/>&nbsp;<br \/>\nNeue &#8218;alte&#8216; Trends:<br \/>\nWeiterhin gerne lamentiert die Musikindustrie \u00fcber die &#8218;kostenlos Mentalit\u00e4t&#8216;. Lamento und Taten sind dabei aber, wie so oft, zwei v\u00f6llig verschiedene Paar Schuhe. Die Musikindustrie unterst\u00fctzt n\u00e4mlich ausgerechent in gro\u00dfem Umfang werbefinanzierte &#8218;kostenlos&#8216; Musikabspiel Lock-Dienste. Ziel ist es, die dortigen &#8218;kostenlos&#8216; Nutzer lieber fr\u00fcher als sp\u00e4ter zu K\u00e4ufern teurer Abonnements zu machen. Die GEMA abgesegneten &#8218;Abo-Fallen&#8216; werden wohl als ein zukunftstr\u00e4chtiges Gesch\u00e4ftsmodell angesehen. Die Abos garantieren n\u00e4mlich eins: munter sprudelnde Einnahmen. Fast schon egal wieviel und was man produziert. Welcher Dienst in Deutschland an den Start gehen darf, entscheidet nat\u00fcrlich exklusiv die GEMA. Soll ja m\u00f6glichst viel h\u00e4ngen bleiben bei m\u00f6glichst wenigen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musikm\u00e4rkte 2010 im Vergleich: Deutschland \u00fcberholt England und ist 2010 nach Umsatz in Euro zum drittgr\u00f6\u00dften Musikmarkt der Welt aufgestiegen. Im digitalen Sektor aber hinkt Deutschland weiterhin deutlich hinterher. USA beim Musikumsatz auf Talfahrt. Der amerikanische &#8218;Marktdruck&#8216; auf europ\u00e4ische M\u00e4rkte ist vor allem im Song Bereich auf einem ausgepr\u00e4gt hohem Niveau. Interessant: Illegales Downloaden auf dem niedrigsten Stand seit \u00fcber 10 Jahren.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[18,19],"tags":[578,999],"class_list":["post-5667","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik-business","category-musik","tag-gema","tag-musikmarkt-2010"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":2489,"url":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/musikmarkt-england2009-verkaufszahlen-jahr\/","url_meta":{"origin":5667,"position":0},"title":"Musikmarkt England 2009: Verkaufszahlen zufriedenstellend","author":"OLJO-Team","date":"26. 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