{"id":7345,"date":"2012-05-11T16:53:12","date_gmt":"2012-05-11T15:53:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/?p=7345"},"modified":"2012-05-11T16:53:12","modified_gmt":"2012-05-11T15:53:12","slug":"urheberrechte-in-deutschland-oljo-team-diskussionsbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/urheberrechte-in-deutschland-oljo-team-diskussionsbeitrag\/","title":{"rendered":"Urheberrecht in Deutschland: OLJO-Team mit Diskussionsbeitrag zum Thema"},"content":{"rendered":"<p>Auch wir vom OLJO-Team, als Betreiber der Webseite oljo.de, zu der auch der OLJO Blog geh\u00f6rt wollen uns in die aktuelle Diskussion um das Urheberrecht einbringen.<br \/>\nZun\u00e4chst m\u00fcssen die Fakten zum Thema Urheberrecht gekl\u00e4rt werden.<br \/>\n<br \/>&nbsp;<br \/>\n<b>Um was genau geht es eigentlich im sogenannten Urheberrechtsstreit? <\/b><br \/>\n<br \/>&nbsp;<br \/>\nEs sind insbesondere Positionen der Piratenpartei Deutschland und Positionen der K\u00fcnstler, die Werke schaffen, f\u00fcr die sie einen verbesserten Urheberrechtsschutz im Internet einfordern, die in einem erheblichen Widerspruch stehen.<br \/>\n<strong>Die Piratenpartei fordert<\/strong><br \/>\nA. Das Urheberrecht soll an die Verh\u00e4ltnisse im Internetzeitalter angepasst werden. Die Piratenpartei fordert nicht die Abschaffung des Urheberrechts, sondern dessen Reformierung.<br \/>\nB. mehr K\u00fcnstler als bisher sollen wirklich von den Einnahmen, die durch das Durchsetzen eines wie auch immer gearteten Urheheberrechts erzielt werden, finanziell profitieren.<br \/>\nC. der Grundsatz der Transparenz soll gelten. Wer bekommt wof\u00fcr wieviel. Die Geldverteilung durch Gema &#038; Co soll \u00f6ffentlich sein und nicht im stillen K\u00e4mmerlein unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit laufen.<br \/>\nAnders als vielfach behauptet wird will die Piratenpartei das Urheberrecht also <strong>nicht<\/strong> abschaffen. Es geht der Partei, so weit wir das im Parteiprogramm der Piratenpartei gelesen haben, im Grundsatz um eine <strong>Modernisierung des Urheberrechts<\/strong>.<br \/>\nMotto: &#8218;liberale Reform des Urheberrechts ist dringend erforderlich&#8216;<\/p>\n<p>Einzur\u00e4umen ist, dass die Aussagen der Piratenpartei zu einem in ihrem Sinne neuen Urheberrechtsgesetz schwammig bzw. gar nicht vorhanden sind. Was genau in so einem Gesetz dann stehen soll haben die Piraten bis jetzt <strong>noch nicht ausdiskutiert<\/strong>. Das ist im Grundsatz auch verst\u00e4ndlich, denn die Piratenpartei sitzt nicht im Bundesparlament. Gesetzesvorhaben k\u00f6nnen sie daher auch keine einbringen. In der Piratenpartei gibt es auch verbreitet Forderungen nach Legalisierung von Musiktauschb\u00f6rsen. Das steht in einem Gegensatz zu den Aussagen, man wolle das Urheberrecht &#8217;nur&#8216; reformieren. Da gibt es noch Diskussions- und Informationsbedarf!<br \/>\n<br \/>&nbsp;<br \/>\nDie &#8218;liberale&#8216; <strong>Modernisierung\/Reformierung<\/strong> des Urheberrechtsgesetze lehnen viele Urheber (also z.B. Autoren, K\u00fcnstler und Journalisten) und deren m\u00e4chtige Vertreter (Medienkonglomerate, Musikkonzerne, Filmkonzerne, Berufsstandsorganisationen, K\u00fcnstlervereinigungen, insgesamt auch &#8218;Content Industrie&#8216; genannt) rundweg ab.<br \/>\nSie wollen eine <strong>r\u00fcckw\u00e4rtsgerichtete, sehr konservative Anpassung des Urheberrechts<\/strong> an subjektiv &#8218;gef\u00fchlte&#8216; Erfordernisse des Internetzeitalters. Sie meinen <strong>Transparenz sei nicht n\u00f6tig<\/strong> und Verteilungsgerechtigkeit sei gegeben. Erforderlich sei aus Sicht dieser Urheber von Werken (das sind z.B. Musikst\u00fccke, Fotographien, journalistische Texte, B\u00fccher, Software, Gem\u00e4lde und andere Kunstwerke) eine deutliche Versch\u00e4rfung des Urheberrechts in Deutschland, um ihre Einnahmen zu erh\u00f6hen bzw. zumindest gleichzuhalten.<br \/>\nWir lesen aus den Ver\u00f6ffentlichungen der Urheber folgendes: die Ver\u00f6ffentlichung bzw. die Nutzung von urheberrechtlich gesch\u00fctzten Werken im Internet soll von ihnen bzw. denjenigen die sie mit der Betreuung ihres Urheberechtes beauftragten Organisationen (z.B. GEMA) vollumf\u00e4nglich gesteuert werden. Eine Nutzung ihrer Werke im Internet d\u00fcrfe nur von denjenigen erfolgen, die sich die Urheberrechtsabgaben leisten k\u00f6nnen\/wollen. Das Finden von widerrechtlichen Nutzern von urheberrechtlich gesch\u00fctzten Werken im Internet soll nach dem Willen der Urheber durch bundesgesetzliche Bestimmungen erleichtert werden. Die Bestrafung widerrechtlicher Nutzer soll zudem erheblich versch\u00e4rft werden. (Stichworte sind hier: kostenbew\u00e4hrte Abmahnung, Internetsperre f\u00fcr illegal Downloader, L\u00f6schung, Zensur, Klarnamenzwang usw.).<br \/>\nFazit der Forderungen der &#8218;Urheber&#8216;: das zur Zeit geltende Urheberrecht soll vom Gesetzgeber ganz erheblich versch\u00e4rft werden. Motto: &#8218;Jetzt erst Recht&#8216;.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/netzpolitik\/kuenstler-schreiben-offenen-brief-fuer-das-urheberrecht-a-832538.html\"><b>Ein neues Positionspamphlet von &#8218;Urhebern&#8216;<\/b><\/a><br \/>\n<br \/>&nbsp;<br \/>\nWir stellen zu dem Thema fest:<br \/>\nEs ist <strong>nicht m\u00f6glich<\/strong> Urheberrechte im Internet <strong>vollumf\u00e4nglich<\/strong> durchzusetzen, ohne in den Zustand eines \u00dcberwachungsstaates abzugleiten. Das ist das <strong>Kernproblem<\/strong>.<br \/>\nContent-Industrie, K\u00fcnstler bzw. Urheber, die den <strong>Internet-\u00dcberwachungsstaat<\/strong> fordern muss man daher leider mindestens als unkundig einstufen. So etwas wird <strong>nie<\/strong> eine Mehrheit in der Bev\u00f6lkerung und auch nicht im Bundesparlament finden k\u00f6nnen. Die <strong>Verkennung dieser Realit\u00e4t<\/strong> zeugt von Ignoranz. In der Demokratie entscheidet die informierte Mehrheit, nicht die Minderheit.<br \/>\nGanz wichtig ist es daher zun\u00e4chst einmal festzustellen wer eigentlich vom aktuell geltenden Urheberrecht in welchem Umfang finanziell profitiert. Da unterst\u00fctzen wir ganz klar die Forderung nach Transparenz. Die Mehrheit, die entscheiden soll, will informiert sein.<br \/>\nDes weiteren ist festzuhalten: Wer ein urheberrechtlich sch\u00fctzbares Werk erschafft ist dessen Eigent\u00fcmer. Von der Schaffung alleine kann jedoch keiner der &#8218;Erschaffer&#8216; leben. Erst muss ein Werk einer wie auch immer zu erreichenden gr\u00f6\u00dferen Menschenmenge bekannt werden, um Einnahmen welcher Art auch immer aus der Schaffung eines Werkes erzielen zu k\u00f6nnen. Wir meinen mit der Erm\u00f6glichung der \u00f6ffentlichen Zug\u00e4nglichkeit seiner Werke geht der Erschaffer ein Risiko ein. Dieses Risiko wird durch das Urhebergesetz einged\u00e4mmt und quasi im Endeffekt auch finanziell verg\u00fctet.<br \/>\nAllerdings ist es so, dass nicht jeder, der ein urheberrechtlich gesch\u00fctztes Werk nutzen will das auch machen kann. Haken an der Sache ist n\u00e4mlich der Preis, der f\u00fcr die Nutzung eines solchen Werkes gefordert wird. Da liegt der Hase im Pfeffer. Urheber neigen n\u00e4mlich gerne dazu ihre Werke exklusiv an &#8218;Agenturen&#8216; (z.B. Medienunternehmen, Musikkonzerne, Bildarchivunternehmen) zur Weiterverbreitung abzugeben um ihre Einnahmen zu Maximieren. Diese &#8218;Agenturen&#8216; wiederum fordern viel zu hohe Mindestpreise, wodurch nur wenige finanzstarke und preislich extrem bevorzugte Kunden die Werke \u00fcberhaupt nutzen k\u00f6nnen.<br \/>\nNicht ausrottbar dagegen wird sein, egal wie streng die Gesetze sind, dass es auch in Zukunft eine erhebliche Zahl von Internetnutzer geben wird, die &#8218;gar nichts&#8216; zahlen wollen (und das oft auch gar nicht k\u00f6nnen). Das ist aus unserer Sicht das Gesch\u00e4ftsrisiko von Urhebern. Die &#8218;Freiheit im Internet&#8216; ist jedoch als quasi Menschenrecht deutlich h\u00f6her einzustufen, als die Verminderung eines Gesch\u00e4ftsrisikos.<br \/>\nBei der Diskussion um das Thema wird derzeit merklich auf&#8217;s Tempo gedr\u00fcckt. Sicher wird da eine Rolle spielen, dass der ein, oder andere der &#8218;Urheber&#8216;, die Piratenpartei bereits im Bundestag sitzen sieht.<br \/>\n.<br \/>\nWas wir u.a. in diesem Zusammenhang fordern:<br \/>\nA. Marktf\u00e4hige Verg\u00fctung von urheberrechtlich gesch\u00fctzten Werken. (keine &#8218;Mondpreise&#8216;!)<br \/>\nB. Transparenz \u00fcber die Verteilung der Verg\u00fctungen. (Wer bekommt wof\u00fcr wieviel)<br \/>\nC. Eind\u00e4mmung des Missbrauchs durch geeignete schon heute verf\u00fcgbaren Ma\u00dfnahmen.<br \/>\nD. Aufl\u00f6sung von Contentkartellen bzw. Contentoligopolen, die kleine Marktteilnehmer unfair benachteiligen.<br \/>\nE. Reformierung des Abmahnrechtes. Erste Abmahnung darf nicht kostenbew\u00e4hrt sein.<br \/>\nF. Aufl\u00f6sung der Organisation &#8218;Deutsche Content Allianz&#8216;.<br \/>\nG. Beendigung des GEMA \/ GVL Monopols<br \/>\nH. Keine Legalisierung von Musiktauschb\u00f6rsen<br \/>\nI. Mit dem Tode des Urhebers erlischt der Anspruch auf Urheberrechtsverg\u00fctungen.<br \/>\n<br \/>&nbsp;<br \/>\n<i>Vielen Dank f\u00fcr Dein Interesse! <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur aktuellen Diskussion um das Urheberrecht in Deutschland: OLJO-Team mit einem Beitrag zum Thema. Was fordern &#8218;die Urheber&#8216;, was fordert z.B. &#8218;die Piratenpartei&#8216;? Wie steht es um die Transparenz? Was geht vor: Urheberrechte, oder die &#8218;Freiheit im Internet&#8216;?<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"fifu_image_url":"","fifu_image_alt":"","_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[1460],"class_list":["post-7345","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musik-business","tag-urheberrecht"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack-related-posts":[{"id":6438,"url":"https:\/\/www.oljo.de\/blog\/deutsche-contentallianz-will-totale-internetkontrolle\/","url_meta":{"origin":7345,"position":0},"title":"Deutsche Content Allianz will totale Internetkontrolle in Deutschland","author":"OLJO-Team","date":"17. 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