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Online Musik-Videos bald nur noch mit DRM?

Der Softwarehersteller Adobe Systems Inc., der unter anderem das Videoformat Flash-Player vertreibt bietet seinen Kunden neuerdings Internet-Server an, auf denen nur Flash-Videos, die mit DRM-Nutzungsbeschränkung ausgetattet sind von Endusern abgerufen werden können.
Laut Angaben von Adobe sind 98% aller Computer weltweit mit einer kompatiblen Flash-Player Software ausgestattet.

Was bedeutet Videoauslieferung mit DRM?

Für den Enduser bedeutet dies natürlich nichts Gutes, denn der Content-Industrie (z.B. Musik- / Filmindustrie und TV-Gesellschaften) ist alles, was frei und gleichzeitig weltweit verfügbar ist im höchsten Maße suspekt.
Videos mit DRM heisst, dass das Ansehen von Videos nur unter in Kaufnahme von umfangreichen Nutzungsbeschränkungen für den Enduser möglich ist.
So kann unter anderem die Dauer der Ansicht und die Anzahl der Ansichten eines einzelnen Videos vom Contentanbieter duch die Hilfe der Adobesoftware kontrolliert werden.
Zum Beispiel könnte dies bedeuten, dass ein bestimmtes Musikvideo nur 5 oder 10 mal, oder auch nur 1 mal vom Enduser angeschaut werden kann, danach wäre das Video für diesen Enduser unwiderruflich nicht mehr zu sehen.
Es kann zum Beispiel auch eingestellt werden, dass ein Video z.B. nur insgesamt 10 Minuten lang angeschaut werden darf, danach bleibt der Bildschirm dann für den Enduser tiefschwarz…
Des weiteren ermöglichen die neuen Adobe Videoserver, dass auch der Zugriff nach geografischen Aspekten nach Gutdünken des Contenanbieters gesteuert werden kann.
Ein Musik-Video das erstmal nur für den englischen, oder amerikanischen Markt bestimmt ist, dürften dann nur Enduser mit IP-Adressen aus England respektive den USA anschauen, alle anderen sähen schlicht eine ‚Tja Pech gehabt, für Dich gibts hier nichts zu sehen‘-Meldung.

Auch ist es möglich die Offline-Nutzung solcher mit DRM ausgestatteten Videos vollkommen zu unterbinden (laut Adobe).

Welche Contentanbieter werden DRM-Videos einsetzen?

Insbesondere die Filmindustrie in Hollywood, sowie zahlreiche TV-Sender dürften an solchen DRM-Videoservern Interesse haben. Aber auch die Musikindustrie dürfte leider wohl in der vordersten Reihe stehen, wenn es darum geht Enduser besser kontrollieren und reglementieren zu können. Ziel der Musikindustrie ist es vor allem Youtubes Marktmacht beim online Musikvideostreaming zu zerstören, denn diese Marktmacht nervt die Industrie schon seit längerer Zeit.
Am liebsten würde die Klang-Industrie nämlich überhaupt gar kein Musik-Video kostenfrei und unbeschränkt im Internet stehen haben. Allerdings würde die Musikindustrie auch lieber keine günstigen Musikdownloads verkaufen, sondern nur CDs….
Die Strategie ist denn auch recht simpel: Weniger Videoviews durch Einsatz von nutzungsbeschränkten Videos = mehr Videoverkäufe bzw. mehr verkaufte Musikdownloads/ mehr verkaufte CDs/DVDs. Die Verknappung des Angebots soll also den Kaufreiz steigern. Ob das eine Milchmädchenrechnung ist, die an althergebrachtem Marktdenken orientiert ist?

Ende von Musikvideos bei Youtube?
Mal sehen, wann Youtube gezwungen werden soll, solche neuartigen Videoserver von Adobe einzusetzen. Es dürfte dann aber wohl nicht lange dauern, bis sich die User nach anderen unreglementierten Angeboten umorientieren werden. Das Regelmentierung die Popularität einer Website steigern kann, wird gemeinhin jedenfalls stark bezweifelt.

Ein Server kostet übrigens schlappe 36.000$ Dollar, daher dürften nur große Unternehmen überhaupt Interesse an dem neuen Angebot von Adobe haben.

OLJO-Team

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