Voice Of Germany: Scharfe Kritik an seltsamen Votingsystem für das Halbfinale

31. Januar 2012

Die einstmals so hoffnungsvoll gestartete neue Castingshow The Voice Of Germany (TVOG 2011) dreht immer mehr am Rad. Der zeitweise Quotenerfolg der Show scheint den Machen absolut zu Koppe gestiegen zu sein.
Besonders das kürzlich für das Halbfinale bekanntgegebene abstruse Votingsystem spottet jeder Beschreibung. Kübelweise Kritik der Internetgemeinde und vieler TVOG Fans ernetete dieses neue, natürlich ziemlich abwegige Votingsystem. Trick an dem nicht unkomplizierten Votingsystem ist, dass anscheinend unbedingt vermieden werden soll, dass im The Voice Of Germany Finale Kandidaten auftauchen, die man seitens der Macher von The Voice Of Germany (und der im Hintergrund wirkenden Plattenfirma Universal Music Deutschland) da partout nicht haben will. Die Krux an dem System ist, dass der jeweilige Coach/Juror (und das dazugehörige ominöse Beraterteam) das Zuschauervoting in den allermeisten denkbaren Konstellationen locker einfach überstimmen kann. Im Endeffekt hat damit der Coach bzw. Juror die alleinige Entscheidungsgewalt, wer ins TVOG Finale kommt.

 
Schon im Viertelfinale hat man sich bekanntlich bei TVOG einiger angeblich ‘nicht so einfach promotbarer‘ Künstler ohne zu Zögern entledigt. Genau das wird nun auch im Halbfinale geschehen. Der ausgeschiedene Percival Duke hatte ja in einem Interview unter anderem geäussert, dass ihn Universal Music ‘nicht weiter dabei haben wollte’…
Wir wollen ja nicht meckern (machen wir ja fast nie), aber wer sich dieses Halbfinale Votingsystem bei The Voice Of Germany ausgedacht hat, der muss ‘einen kleinen Sprung in der Schüssel’ haben.

 
Es kommt der Eindruck auf, dass in überhaupt gar keinem Fall TVOG 2011 Finaleteilnehmer gekürt werden sollen, die nicht das uneingeschränkte Plazet der Macher (und damit auch von Universal Music) haben. Da kann man sich als Zuschauer des Ganzen das voten natürlich gleich sparen. Wir rufen daher dazu auf, das Televoting beim Halbfinale von The Voice Of Germany zu boykottieren, weil es nichts bringt!
Sollen doch Jury, Berater und Universal Music selbst im stillen Kämmerlein entscheiden wer da gewinnt. Wir fordern 100% Entscheidungsgewalt für das votenden Publikum. Das kann man für 0,50€ je Anruf auch mit Fug und Recht verlangen. Geld abkassieren, sich dann aber unter Umständen (wenn das Votingergebnis nämlich misfällt) nicht nen Piep darum zu scheren, wer vom Publikum favorisiert wird, das kanns doch wohl nicht sein.

 
Damit aber noch nicht genug mit den Idiotien bei The Voice Of Germany. Weiterer besonderer Gag im Halbfinale wird sein, dass die Kandidaten je einen Coversong und einen extra für sie geschriebenen neuen Song vortragen werden. Dieser extra neu für den jeweiligen Kandidaten geschriebene Song wird aber nur genau 90 Sekunden lang performt.
Die späteren 4 The Voice Of Germany Finalisten werden dann erst im Finale die extra für sie neu geschriebenen Songs in Gänze (also so ca 3 Minuten lang) vortragen. Das Halbfinale dient damit promotechnisch gesehen quasi der First-Kick-Promotion der Finalsongs. Es sollen ja nicht nur viele Zuschauer per Voting ihr Geld aus dem Fenster schmeissen, nein, sie sollen ja zusätzlich auch die Musikdownloads der Show kaufen. Die Doppelpromotion (Halbfinale/Finale) soll das besonders schmackhaft machen.
Man scheint sich seitens der The Voice Macher relativ sicher, da gute Songs zusammengeschustert zu haben. Man bedient sich auf jeden Fall eines grossen Songschreiber Pools von Universal Music. Laut des Branchinformationsdienstes ‘Musikmarkt’ sind ‘neben deutschen Songwritern wie Robin Grubert (schreibt u.a. für Keri Hilson), Crada (schreibt u.a. für Alicia Keys), Michelle Leonard (schreibt u.a. für Sarah Brightmann) und Kiko Masbaum (schreibt u.a. für Unheilig ) auch einige international erfolgreiche Autoren, wie Quiz & Larossi aus Schweden (schreiben u.a. für Kelly Clarkson), Alex James aus den USA (schreibt u.a. für Jason Derulo ), sowie die Briten Blair Mackichan (schreibt u.a. für Lily Allen) und Hiten Bharadia (schreibt u.a. für Craig David) im Universal Songschreiber Pool für TVOG 2011 dabei. Da kann dann ja nix mehr schief gehen…

 

Tags: The Voice Of Germany, TVOG 2011, Universal Music

13 Kommentare für “Voice Of Germany: Scharfe Kritik an seltsamen Votingsystem für das Halbfinale

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  1. 13
    Ronja Says:

    Percival ist genau so ein bunter Vogel, allerdings mit einer ja tollen Stimme, wie DSDS auch immer dabei hat. Als Lockmittel für viele Zuschauer vielleicht gut, aber als Gewinner wie ihr schreibt nicht wirklich – so ist Welt nunmal – leider.

  2. 12
    Ronja Says:

    Ich stimme Eurem Beitrag 100% zu.
    Bereits im Vorfeld wurde im Frühstücks-TV bei SAT1 das voting-System erklärt und auch das mit dem Halbfinale etc., dass letzendlich die Jury doch noch anders entscheiden kann.
    Das fand ich ausgesprochen seltsam, wozu bitte soll ich da anrufen. Seit Butch und einige mehr nicht mehr dabei ist, finde ich das ganze System nicht so dolle.
    Es ist eine immer noch ganz gute Musikshow und alle die daran teilgenommen haben, denen bleibt der Vorteil den evtl. meist ja bereits vorhandenen kleineren FANkreis zu vergrössern.
    SAT1 lebt allerdings genau wie RTL auch von der Anrufkohle und nicht nur der Quote, die wird da nicht wirklich hoch sein, ist meine Schätzung.
    RTL lockt ja schon wieder mit BRAVO etc., bereits im Recall sind die Stimmen schon leicht überarbeitet – also wird man da weiterhin auf die Studio-Band verzichten.
    Die hat THE VOICE dabei und es sind dadurch natürlich bessere “live-Auftritte” – aber so wirklich überzeugend ist da im Moment keine Sendung:)

  3. 11
    OLJO-Team Says:

    hI Lmkx
    die Entscheidungen der Jurys wurden nie begründet, was daran ist dann eigentlich nachvollziehbar?
    Thema Percival: Selbstverständlich hat jeder Künstler das Recht darauf nach seinen Leistungen und nicht allzusehr nach seinem Lebenswandel bewertet zu werden. Ob das bei TVOG auch der Fall war und ist? Dem Grundsatz Leistungsbewertung folgen wir im OLJO Team grundsätzlich immer. Leider ist das in der ‘Musik- und Entertainmentindustrie’ ganz, ganz anders. Dort herrscht ‘Anti Homo/Lesben Wahn’, denn wer zu offen ist, was seine Orientierung angeht, der ist schwieriger zu vermarkten. Geh doch mal zu Universal hin und sag ich bin schwul, stehe dazu, dass ich früher mal Callboy war und will ne Platte aufnehmen…die werden dir nach nem eventuellen Vorsingen höflich die Tür zeigen, aber nicht ihre Aufnahme-Studios…so sieht es aus. Da brauchst aber nicht mal Callboy gewesen sein.

    LG
    Dean
    OLJO-Team

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