Voice Of Germany Viertelfinale: Michael Schulte immer besser. Percival und Rino raus!

28. Januar 2012

Was geschickte Songauswahl so alles ausmacht:
Im Viertelfinale der neuen Castingshow Serie The Voice Of Germany, ausgestrahlt gestern beim Fernsehsender Sat 1, konnte man das jedenfalls gut beobachten. Hervorheben wollen wir deswegen Michael Schulte mit seinem Vortrag des aktuellen Chart Hits ‘Video Games‘ (im Orginal von der amerikanischen Sängerin und Songschreiberin Lana Del Rey [bürgerlich Elisabeth Grant]). Wir vergeben das seltene Prädikat ‘besonders gelungene Performance’ für den aus Schleswig Holstein stammenden Sänger. Wie es scheint bekommt Michael so langsam die Nervosität in den Griff, die ihm nach unserer Einschätzung besonders zu Beginn von TVOG manchmal gar nicht so gut aussehen liess.
Michael Schulte wurde denn auch gestern vom TV Publikum zum Sieger in der Gruppe Rea Garvey gewält. Für uns nicht überraschend, für viele Fans aber unverständlich, entschied sich dann Rea Garvey, als es darum ging den zweiten Halbfinaleplatz seines Teams zu besetzen, für Jasmin Garf und gegen Percival Duke (mittlerweile 46). Rea meinte zu seiner Entscheidung, dass Jasmin noch Verbesserungspotential habe und er sich deswegen für sie entschieden habe. An sich ging es ja mal bei TVOG darum immer nur die Besten ne Runde weiter zu schicken. Diese Maxime hat man da aber schon lange restlos aufgegeben.

 
Folgende 8 Kandidaten (zwei je Team) haben bei The Voice Of Germany den Sprung vom Viertelfinale zum Halbfinale geschafft (gaaanz zufällig 4 Mädels und 4 Jungs…):
Team BossHoss:
Ivy Quainoo (18, Dream A Little Dream), Votingsieger,
Ole (37, Weinst Du).

 
Team Nena:
Kim Sanders (43, Empire State Of Mind), Votingsieger,
Sharron Levy (33, Somebody That I Used To Know).

 
Team Rea Garvey:
Michael Schulte (21, Video Games), Votingsieger,
Jasmin Graf (25, Hungriges Herz).

 
Team Xavier Naidoo:
Max Giesinger (23, Vom Selben Stern), Votingsieger,
Mic Donet (31, I Believe I Can Fly).

 
Ausgeschieden sind:
Rino Galiano (das ist korrekt!, schwache Performance)
Benham Mogghadam (och! wie konnte das denn passieren: die Songwahl wars!)
Ramona Nerra (endlich!)
Percival Duke (falsche Songwahl)

 
Zum Halbfinale: auf Grund der etwas seltsamen Showregeln bei TVOG ist seltsamerweise nicht zu erwarten, dass die vier ‘besten’ Kandidaten den Weg in das The Voice Of Germany Finale schaffen werden. Denn: nur je ein Kandidat je Team wird ins TVOG Finale gelassen. Die besten Stimmen Deutschlands werden dort also nicht auflaufen können.

 
Unmut über Percival Rausschmiss im Netz:
Nicht grad viele Freunde machte sich The Voice Of Germany und Rea Garvey im besonderen, mit der für viele überraschend gekommenen roten Karte für Percival Duke. Grad zu Beginn der Showreihe wurde Percival intensiv als Werbeträger genutzt, was aber relativ jäh endete, als Duke ein paar zuviele private Einzelheiten ausplauderte.

 
Fazit:
Es erscheint uns so, dass das Singen eines aktuellen Chart Hits eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit ergeben hat, weiterzukommen. Wir glauben nicht, dass das die Kandidaten nicht auch schon vorher wussten. Frage ist, warum nicht mehr Kandidaten ‘Hits’ gesungen haben.
Das Showkonzept von The Voice insgesamt kommt für uns immer weniger überzeugend rüber. Zu viele unverständliche Entscheidungen der Jury, bei denen man gelegentlich sogar den Eindruck gewinnen konnte, die wurden absichtlich gefällt, um ‘ne Welle auszulösen, sind eben mittlerweile ein paar zu viel. Für uns ist daher da der ‘Wurm drin’. Die heimliche anscheinend 50% Frauenquote nervt im übrigen ganz ungemein…

 

Tags: Michael Schulte, Percival Duke, The Voice Of Germany, TVOG 2011

22 Kommentare für “Voice Of Germany Viertelfinale: Michael Schulte immer besser. Percival und Rino raus!

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  1. 22
    Alexander Says:

    Hi Dean, ganz genau. Du sagst es: Einen garantierten Charterfolg gibt es sowieso nicht. Deshalb wäre es ja so klasse und in meinen Augen nach all den Jahren geradezu überfällig (und nur das wollte ich mit meinen Postings ausdrücken), wenn wenigstens EINMAL eine Show stattfinden könnte, an dessen Ende dann tatsächlich ein hochkarätiger Musiker stünde. Einfach mal so. Als experimenteller, exotischer Farbtupfer. (Denn mich als Zuhörer beeindruckt die sicherlich imponierende Zahl der verkauften Einheiten eines z.B. Pietro Lombardi nicht. Nicht nur beeindruckt es mich nicht, es interessiert mich quasi überhaupt nicht. Und ich glaube auch nicht, daß ich damit so ganz allein dastehe.)

  2. 21
    OLJO-Team Says:

    Hi Alexander
    sicherlich gibt es auch Argumente für Juryshows. Unbestreitbar ist, dass der kommerzielle Erfolg von Castingshowteilnehmern, die vom Publikum gewählt werden durchaus gegeben ist, jedoch nicht zwingend ist. Flopgefahr herrscht immer auch. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, dass über die Songs, die diese Sieger singen, ja nie abgestimmt wird (mit Ausnahme Lena, was dann auch gleich Hit des Jahres wurde). Langfristigen grossen Charterfolg mit Alben haben allerdings die wenigsten Sieger vorzuweisen. Ein jurybestimmter Castingshowsieger wird da nicht besser abschneiden, glauben wir.
    Es ist halt denn doch noch ein Unterschied ob man wen süss findet, oder ob man dessen Lieder denn auch noch gut findet.

    LG
    Dean
    OLJO-Team

  3. 20
    Alexander Says:

    Hi Dean, die Fachjurys, die damals Songs zum ESC geschickt haben, haben keine Wettbewerbe veranstaltet, in denen unbekannte, hochbegabte Künstler im Sinne einer Talentfindung gegeneinander angetreten sind. Dort ging es wieder lediglich um die Frage, wer mutmaßlich “am besten ankommen” wird bei der “breiten Masse” (im Falle ESC auch noch ausgewählt aus einer Gruppe bereits etablierter Acts). Diese Fragestellung ist es ja gerade, die die heutigen Castingshows so unglaublich gleichförmig und beliebig macht.
    Und was das “gute Gespür für interessante Kandidaten” des Publikums betrifft, nun ja, da kann man geteilter Meinung sein. Es wird bei Castingshows sehr gerne für Teilnehmer angerufen, nicht, weil sie die besten Sänger sind, sondern weil sie “so schöne Rehaugen” haben, oder weil sie “so süüüß” sind, oder manchmal auch nur, um einer Bildzeitungskampagne zu gehorchen (im Fall Menowin), wobei es sich bei den Süßfindern traditionell um den telefonwütigsten Teil der Abstimmungsklientel handelt. (Das sind dann auch gerne diejenigen, die anschließend die Platten nicht kaufen). Die Motive sind viel zu vielfältig und nicht wenige geradezu von der Musik abgekoppelt, als daß sich am Ende durch ein Telefonvoting der/die beste MusikerIn finden ließe. Wie gesagt: Demokratie in der Kunst ist so eine Sache. Aber darüber könnte man sich endlos austauschen und für beide Haltungen – pro wie contra – gäbe es genügend Argumente. Vielen Dank für Deine Sicht der Dinge!

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