Musik-Business
verfasst von OLJO-Team

Krise wird gefährlich: Droht Musikkonzernen EMI und Warner das Aus?

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Meldungen und Einschätzungen über die Finanzlage der Musikkonzerne EMI und Warner Music bieten derzeit der bei der Musikmesse Midem in Cannes (Frankreich) versammelten ‚Elite‘ der Musikindustrie reichlich Grund zu Gesprächsstoff. Beide Unternehmen gelten als vergleichsweise hoch verschuldet und müssen weiter Verluste und sinkende Umsätze hinnehmen. Der Rückgang des traditionellen CD Geschäfts kann immer noch nicht durch Wachstum im digitalen Bereich ausgeglichen werden.
Pleiten stehen zwar im Moment nicht wirklich unmittelbar bevor, könnten aber durchaus ziemlich rasch erfolgen, wenn die Kreditmarktzinsen wieder deutlich anziehen und nicht gleichzeitig ein Verkaufswachstum erzielt werden kann.

Music Industry Feels Strain As Consumers Go Online


Unbekannter Käufer betritt Musik Geschäft. (Foto von Scott Barbour/Getty Images). Content © 2010 Getty Images. All rights reserved.

Warner Music Group WMG
WMG (Warner Music Group) als einzig börsennotierter Musikonzern, hat in den vergangen 5 Jahren knapp 80% des Börsenwerts eingebüßt. WMG ist aktuell (Sep 09) mit knapp 2 Mrd US-$ langfristig verschuldet, der Wert des Unternehmens beträgt 2,3 Mrd US-$. Der Umsatz erreichte im Geschäftsjahr 2009 (Okt 08 bis Sep 09) 3 Mrd US-$. WMG muss dabei einen Nettoverlust von 100 Mio US-$ verkraften, dennoch konnte sich der Aktienkurs des Unternehmens nach einem Abfall auf nur noch 1,58$ (Frühjahr 09) wieder auf 4,77$ (25.01.10) erholen. Die Beschäftigtenzahl wird mit 3.400 angegeben.
Quelle: http://finance.yahoo.com/q/ks?s=WMG

EMI
Für den im Privatbesitz (‚Heuschrecke‘) befindlichen Musikkonzern EMI gibt es für 2009 noch keine Daten. Für das Geschäftsjahr 2008 meldete EMI bei einem Umsatz von 2,9 Mrd US-$ einen Jahresverlust von 514,5 Mio US-$! Beschäftigtenzahl unbekannt.
Quelle: siehe oben

Die beiden anderen Musikgroßkonzerne Sony Music und Universal Music Group befinden sich, wie EMI in ‚Privatbesitz‘ (d.h. im Besitz anderer Unternehmen).

Universal Music Group UMG
Die Universal Music Group gehört zum französischen Medienkonglomerat Vivendi (Mobile Telekommunikation, Spiele, Musik und Pay TV).
Im dritten Quartal 2009 (Jul – Sep) musste UMG (Universal Music Group) einen Umsatzrückgang von 11,9% verkraften (verglichen mit dem dritten Quartal 2008). In den gesamten ersten neun Monaten des Jahres 2009 erreichte der UMG Umsatz knapp 3 Mrd € (4,2 Mrd $). Die Umsatzentwicklung lag bei minus 5,2%. Unterhalb der Erwartungen verlief überraschend der digitale Sektor. Das Wachstum in diesem Geschäftsbereich erreichte nur 20%.
2008 beschäftigte UMG noch 7.720 Personen. Die Beschäftigtenzahl für 2009 ist nicht bekannt.
Universal erzielte in den ersten neun Monaten 2009 vor Steuern immerhin noch einen Gewinn von 50 Mio €. 2008 betrug der Gewinn im gleichen Zeitraum freilich noch 198 Mio €. Die Geschäftslage des Unternehmens hat sich demnach also erheblich verschlechtert. Große Hoffnungen setzt UMG in den Start des Musikvideodienstes VEVO, der mittelfristig Youtubes beherrschende Stellung im Musikvideobereich in den USA ‚aushebeln‘ soll und so ordentlich Werbeinnahmen einfahren soll. Analysten rechnen jedoch mit einem raschen Verfall der Vergütungen für inVideo Zwangswerbespots. Zur Zeit betragen diese noch gigantische 50 bis 100€ je 1000 Views.
Quelle der Unternehmensdaten: http://www.vivendi.com/vivendi/IMG/pdf/20091117_rapport_financier_Q309_en.pdf

Für Sony Music liegen uns leider keinerlei Daten vor.

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