Musik-Business
verfasst von OLJO-Team

GEMA vs Discothekenbetreiber: Gema Gebühren für Discos sollen um 1000% explodieren. Droht Pleitewelle?

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Pleitewelle, Arbeitsplatzabbau? Gebührenexplosion!
Die GEMA will die deutschen Discothekenbetreibern und Musikkneipen in den Ruin treiben! (sagen die Discoinhaber)

 

Die Verwertungsgesellschaft GEMA will die Abspielgebühren, die sie von Discothekenbetreibern für deren Abspielungen von Musikstücken verlangt ab dem 01.01.2013 um bis zu 1500% erhöhen. Manche Discothekenbetreiber sollen anstatt wie bisher 30.000€ im Jahr ab 2013 dann 130.000€ bis 180.000€ an die GEMA überweisen. Kleine Musikkneipen sollen laut dem Branchenverband DEHOGA das 15fache der bisherigen GEMA Gebühren berappen.
Die GEMA bestreitet, dass großflächige Erhöhungen erfolgen werden (ist der übliche GEMA ‘Firlefanz-Sprech). Sie behauptet gar, dass die Gebühren nach dem neuen Tarifmodell für viele Discotheken & Musikkneipen sogar sinken werden.
Die GEMA gibt an, dass sie rundweg glatte 10% des Eintrittgeldes von Discotheken für sich beansprucht. Bei Konzerten hingegen verlangt die GEMA zwischen 4% und 7,5% vom Eintrittsgeld. Weit verbreiteter Unmut herrscht bei den Disothekenbetreibern vor allem über die Ungleichbehandlung von Discos und Konzertveranstaltern.
Wieso eigentlich 10% und nicht 5%? Wer bestimmt das?

 
Die ab 2013 geltende Vergütungsregelung wird nach Größe des Veranstaltungsortes und der Höhe des Eintrittsgeldes berechnet. Es gelten jedoch Mindesvergütungshöhen, die unabhängig von der verkauften Eintrittskartenzahl zu zahlen sind. Es kann daher der Umstand eintreten, dass die GEMA bei schlecht besuchten Veranstaltungen mehr als die 10% Zwangsabgabe vom erzielten Umsatz einfordern wird. Vor allem die von der GEMA ab 2013 verlangte Mindestvergütungen sind bis zu 15mal höher als die jetzt noch geltenden Tarife.
Witzig: selbst Gemalizensierte Musik, die bei Demonstrationen gespielt wird ist vergütungspflichtig. (Fällig wird auf jeden Fall der Mindestvergütungssatz).
Weiter liegt die ‘Beweislast’ ob GEMAlizensierte Musikstücke bei einer Veranstaltung gespielt werden beim Veranstalter. Die GEMA Vermutung bleibt bestehen. Der Veranstalter muss im Umkehrschluss daher nachweisen, dass er ausschliesslich nur GEMAfeie Musik gespielt hat.

 
Die GEMA gibt an, dass sich durch die neue Vergütungsstruktur angeblich keine großen Einnahmenänderungen für die GEMA ergeben werden (ausgeschlossen wird das aber nicht, das würde ‘der Markt’ entscheiden..). Genaues kann die GEMA dazu aber natürlich nicht mitteilen (is klar…). Sicher ist: bei vielbesuchten Veranstaltungen, bei denen ein hohes Eintrittsgeld verlangt wird, werden gewaltige Abgabenerhöhungen für die Veranstalter fällig. (bei Veranstaltungen mit einem Verzehranteil werden ein Drittel des Eintrittsgeldes zur Berechnung der GEMA Vergütungen herangezogen)
Der Behauptung der GEMA die Einnahmen der GEMA werden durch die Tarifänderung nicht ansteigen widerspricht der Bundesverband deutscher Hotels und Gaststätten (DEHOGA) sehr vehement.
Der DEHOGA (bei der auch viele Discothekenbesitzer Mitglied sind) gibt an, dass ab 1.01.2013 für jedwede Veranstaltung mit Musik deutlich höhere, zum Teil sogar 15mal höhere GEMA Gebühren fällig werden, als nach der z Zt noch geltenden Tarifstruktur.
Interessante Fallbeispiele der DEHOGA

 
Man muss daher schon davon ausgehen, dass die Einnahmen der GEMA aus Musikvorführungen, die keine Konzerte sind, ganz erheblich steigen werden. Für den Konzertbereich hat die Gema bereits im vergangenen Jahr eine exorbitante Steigerung der Einnahmen durchbringen können, die durch Erhöhung der Kartenpreise (quasi der GEMA Steuer) von den Konsumenten (also uns allen) bezahlt werden.
Genauso wird das nun auch im Musikveranstalterbereich laufen. Eintritts- und Getränkepreise in Discos und Kneipen werden mit absoluter Sicherheit steigen.
Der gelackmeierte is, wie immer, der Konsument. Freuen können sich ein paar tausend GEMA Mitglieder und natürlich ‘das Ausland’, die noch mehr von unserem sauer verdient Geld überwiesen bekommen.
Pleite gehen werden Discos wohl nicht reihenweise, aber mit Sicherheit wird ab 2013 der Discobesuch für den Verbraucher merklich teurer werden. Ein ‘Ausleseprozeß’ kann da durchaus stattfinden. Es werden jedenfalls eher Discos schliessen, als das Neue aufmachen. Das könnte zu Arbeitsplatzverlusten führen.

 
Zum Thema:
Geschäftsbericht der GEMA für das Jahr 2011:
Gesamteinnahmen 825,5 Mio €, nach Abzug der Verwaltungskosten und Zinsgewinn: 702,3 Mio € an verteilbaren Einnahmen.
Von diesen Einnahmen werden ganze 313 Mio € tatsächlich auch an GEMA Mitglieder ausgeschüttet. Das sind nur 44,6% der verteilbaren Einnahmen.

 
Wer bekommt von der GEMA wieviel an Ausschüttungen überwiesen?

 
‘Die Clique’ sahnt ab:
Die lediglich 3.448 sogenannten ordentlichen GEMA Mitglieder (die ‘GEMA Clique’ z.B. Bohlen, Siegel, Raab, Sven Regner? usw.) erhielten 2011 den Löwenanteil von unglaublichen 65,3% = 204,4 Mio €. Pro ordentlichem GEMA Mitglied ist das die stattliche Summe von 59.300€.

 
Die 6.472 sogenannten außerordentlichen GEMA Mitglieder bekamen 15 Mio € auf ihre Konten überwiesen. Pro Nase sind das rund 2.300 €.
Die große Mehrzahl der GEMA Mitglieder, das sind die 55.802 sogenannten angeschlossenen Mitglieder, erhielten 2011 lediglich 73 Mio €.
Pro Kopf ein Taschengeld von nur 1.300 €. Angeschlossene und ausserordentliche Mitglieder haben innerhalb der GEMA keinerlei Mitspracherecht und/oder Entscheidungsbefugnisse. Die Clique bestimmt alles.
Der Rest von 20,9 Mio € geht an Erben (bzw genauer gesagt Rechtsnachfolgern) von verstorbenen GEMA Mitgliedern.

 
Zieht man nun von den 702,3 Mio € die 313 Mio € Ausschüttungen an die GEMA Mitglieder ab, so bleibt eine gewaltige Lücke von 389,3 Mio €.
Das ‘Ausland’ (also Komponisten und Texter, die bei ausländischen Verwertungsgesellschaften angemeldet sind) erhält davon mindestens 206,4 Mio €. In welche Länder wieviel überwiesen wurde führt die GEMA leider in ihrem Geschäftsbericht nicht aus.
Bleibt ein Rest von 182,9 Mio € dessen Verbleib wir an Hand des GEMA Geschäftsberichtes nicht ermitteln konnten…alles, wie immer bei der GEMA, extrem intransparent.

 
Die GEMA gibt es also nur, weil sich 3.000 Leutchen die Taschen füllen wollen. Das gelingt denen mehr als gut. Auf Kosten des Verbrauchers. 10€ muss jeder Deutsche pro Jahr an die GEMA berappen.
Das Vermögen der GEMA belief sich Ende 2011 übrigens auf satte 138 Mio € (das sind 24 Mio € mehr, als im Vorjahr), davon allein 67 Mio € in Wertpapieren (das sind 68% mehr als im Vorjahr). Die GEMA hatte Ende 2011 genau 720 in Vollzeitbeschäftigte.

 
Zusammenfassung:
Die GEMA…das ist eine kleine Clique von 3.000 Leuten. Mehr sind das nicht.

 
Die 60.000 andere sogenannten GEMA Mitglieder bekommen ein lachhaftes Taschengeld von 100€ im Monat und haben absolut rein gar nichts zu melden.
Die GEMA Clique will bei Discotheken und Musikkneipen ab 2013 ganz dick absahnen. Profitieren werden davon fast ausschliesslich nur diese 3.000 Leute und ‘das Ausland’. Bezahlen muss es der Verbraucher, also wir alle. Die doofen Melkkühe. Diesen 3.000 Leuten sollte mal einer ganz ordentlich auf die Finger hauen.

 

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iwan
Gast
iwan

Kann man verstehen wenn ums Urheberrecht
geht aber dafür jeden Quadratmeter
anzurechnen die vorallem den Discovertreiber
gehören verstehe ich nicht wie das so hier im
Lande weiter geht.
Schon das die Gastwirte daran leiden wegen
das Rauchverbot kann man auf der anderen
seite verstehen.
Wo soll den die Jugend ihre Freizeit
verbringen etwa auf dem Bahnhofgelände ?

Sven Borg
Gast
Sven Borg

Ich bin Musiker mit Leib und Seele, ich schreibe Songs, und ich verkaufe Schallplatten. ich habe Musik studiert und ich möchte mit meiner Musik Menschen Freude machen. was ich auf keinen Fall will, ist von meiner Arbeit leben zu können. Ich meine, dass alle Musik frei konsumierbar sein soll. Freiheit für die Musik!! Musiker brauchen doch nichts zu essen! Musiker sind doch Künstler, die sich natürlich von Luft ernähren. Natürlich soll jeder Clubbesitzer mit meiner Musik Kohlemachen ohne Ende. Denn jeder Mensch der Arbeiten geht, wird doch auch gerne auf Entlohnung verzichten! Stimmt doch oder?

OLJO-Team
Gast
OLJO-Team

Hi Sven moment mal. als Musiker verdienst du vielleicht Geld mit Live Auftritten (oder wenn andere die von dir komponierten Songs singen). Die Erwartung mit Tonträgerverkauf Geld verdienen zu wollen, nur weil du Musik studiert hast ist, so glauben wir, nicht realitätsnah, denn nur wenige hundert Personen (Komponisten!) in ganz Deutschland könnten ausschliesslich vom Tonträgerverkauf leben. Clubbesitzer machen mit dem Abspielen von Tonträger-Musik im eigentlichen Sinne kein Geld. Ob du Geld machst wenn Clubbesitzer konkret Deine Musik spielen ist nicht gesichert. Aber andere Leute, also andere Komponisten, kassieren das Geld was eigentlich du bekommen müsstest. Vielleicht wäre eine intensivere Beschäftigung… Weiterlesen »

oli
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oli

ESC: Roman Lob entert die TOP 100 von Itunes UK!

lisa
Gast
lisa

stimmt, das meinte ich mit meinem Beitrag auch. Youtube war vielleicht für Musiker bis vor wenigen Jahren noch eine Möglichkeit Musik bekannt zu machen. Aber damit ist es seit einiger Zeit auch vorbei.

Live-Konzerte sind aber auch als Einnahmequellen mit Vorsicht zu genießen. Bis sich das rechnet müssen bei Bands bzw. Solisten mit Bands Einiges auch investiert werden. Die Anlage, das Personal, die Räumlichkeiten, Werbung etc., da bleibt oft nicht mehr viel übrig. In der Regel verdienen die Bands/Solisten wohl hauptsächlich noch am Merchandising, soweit sie es selbst unter Kontrolle haben. Die Rolle der Fans wird somit immer wichtiger.

OLJO-Team
Gast
OLJO-Team

Hi Lisa also mit Live Auftrittsgagen kann man NOCH ganz gut verdienen. Irgendwie bekannt muss man natürlich sein. Abseits der Mainstream Medien ist da Youtube weiterhin der wohl erfolgversprechendste Kanal um Bekanntheit zu erlangen. Aber ganz wichtig ist auch z.B. die Bereitstellung von Fotos (kostenlos natürlich), aber auch die aktive Promotionarbeit (was zugegebenrmaßen sehr zeitaufwändig ist). Allein Fotos bereitzustellen erweist sich bei vielen grad deutschen Newcomern mitunter als Problem. Uns haben nur selten Künstler, oder eine Band angeschrieben, sie zu featuren. Sind sie dann aber erfolgreich hört man von denen dann meist gar Nichts mehr… Für unbekannte Acts gibt es… Weiterlesen »

labär
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labär

die Leermedienabgabe für Speicherkarten und usb Sticks wird ebenfalls erhöht
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/usb-sticks-werden-teurer-a-835038.html

lisa
Gast
lisa

Also das Jackson nie eine Chance auf einen Nummer 1 Hit gehabt hätte, das halte ich für eine satte Fehleinschätzung. Selbst ich, als kein besonderer Michael Jackson – Fan kenne Thriller, Heal the world etc. Das waren schon Mega-Hits. Youtube ist gut und schön, nur leider kann ein einzelner Musiker schwer davon leben und Einnahmen benötigt er, um weiter Musik machen zu können. Das kostet eben. Versuche mal ein Musikvideo auf Youtube bekannt zu machen, das geht ja nur über Aufrufzahlen, damit du in Statistiken erscheinst und auf den vorderen Seiten auch auftauchst, du wirst von Youtube gnadenlos ausgebremst, also… Weiterlesen »

OLJO-Team
Gast
OLJO-Team

Hi Lisa Youtube veröffentlich im Grunde keine Popularitätslisten/Statistiken mehr, die irgendwie was Sinnvolles und Nachvollziehbares, also tatsächlich Populäres anzeigen. Musikvideo Charts sind bei Youtube (in der deutschen Version) weitestgehend abgeschafft (wahrscheinlich auf Betreiben der Musikindustrie). Die Erreichung von Aufmerksamkeit für unbekannte Acts abseits der Musikgiganten wird dadurch natürlich ganz erheblich erschwert (selbst wir als denn dann doch schon Spezialisten haben des Öfteren Probleme herauszufinden welche Musik- Videos grad besonders gut laufen). Fast alles geht nur noch über Drittseiten, die ein Musikvideo bekannt machen, oder eben auch über die Zirkualtion in sozialen Netzwerken. Die Verdienstmöglichkeiten sind zudem sehr eingeschränkt. Bis es… Weiterlesen »

Erik Alexander Dobler
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Erik Alexander Dobler

Eine dieser Prinzen “Band” ist im Aufsichtsrat der GEMA. Die wollen echt Geld wenn man auf ner Party ein Video aufnimmt und irgendein Song im Hintergrund läuft. Das die Deutschen keinen Musikgeschmack haben (Ausnahmen bestätigen die Regel) ist nie neues, die Thema ist aber so was von unangenehm deutsch. Kleinkariert, geldhungrig und man schämt sich echt für die Leute. Die Media Control manipuliert die Charts – samt Plattenfirmen – ein Armutszeugnis. in den 80ern und 90ern vor den Downloads war das noch viel einfacher. Ein Jackson hatte nie Chance auf einen Nummer 1 Hit, alles schön manipuliert mit Hilfe der… Weiterlesen »