Musik-Business
verfasst von OLJO-Team

Deutsche Content Allianz will totale Internetkontrolle in Deutschland

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Eine unheilige Mega-Allianz aus Musikwirtschaft (BVMI), Filmwirtschaft, GEMA, Buchhandel, Presseverlagen, privaten Fernsehsenderketten und sogar aus den von den deutschen Bürgern mit Milliarden finanzierten Fernsehsendern ARD und ZDF, die sich hochtrabend ‚Deutsche Content Allianz‚ nennt, will laut neueren Meldungen die totale Kontrolle des Internets in Deutschland möglichst rasch vorantreiben.

 
Neben einem Verwarnmodell für Illegal-Musik- und Filmdownloader nach französischem Vorbild (das sogenannte abgestufte 2/3 Strikes Modell bei Rechteverstössen), sollen auch andere Inhalte der Deutschen Content Allianz massiver als bisher geschützt werden. Das zumindest verlangt man aus Kreisen dieser Allianz vehement vom Bundesministerium der Justiz.
Für Blogger besonders interessant: angeblich wird sogar innnerhalb dieser ‚Allianz‘ diskutiert, dass selbst Teile von Artikelüberschriften geschützt werden können und bei angeblicher Ähnlichkeit saftige in Euro strafbewährte Unterlassungsforderungen gestellt werden könnten. Das nennt sich dann Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Ziel dieses Schutzrechtes ist offiziell der Suchmaschinenbetreiber Google (bzw auch andere Suchmaschinen), dem verboten werden soll, Überschriften von Artikeln deutscher Presseorgane, die im Internet veröffentlicht werden, unentgeltlich zu nutzen. Ein negativer Fall-Out für Blogbetreiber könnte sich aber da dann aber auch ohne weiteres ergeben. Abmahnungen bis zum Abwinken?

 
Wie dem auch sein, auf jeden Fall sind bei der Deutschen Content Allianz die ‚richtigen‘ zusammen. Kritiker sprechen mitunter auch gerne mal zugespitzt von der Content-Mafia. Erst die raschen Entwicklungen im Internet entweder verschlafen, oder hochnäsig vernachlässigt, will man nun mit der ganz großen Keule ‚Tabula Rasa‘ machen. Möglichst noch schnell vor den nächsten Bundestagswahlen….Es geht immerhin um Milliarden. Dem Verbraucher wird das alles Nichts nutzen. Im Gegenteil.
Allein schon die Existenz einer solchen allumspannenden fast schon monopolistischen Gross-Allianz muss man als ungutes gar gefährliches Zeichen werten. Vor allem in Hinsicht darauf, dass hemmungslos lobbyistischer Druck auf Bundesregierung und Bundestagsabgeordnete gemacht wird, denen bekanntermaßen oftmals das Verständnis für ‚das Internet‘ abgeht.
Auch deshalb drückt man nun verstärkt aufs Tempo, da mit dem Erstarken der Piratenpartei ein für die Deutsche Content Allianz vielleicht nicht ganz ungefährlicher potentieller Anti-Player im Rechteverwertungspoker am Horizont droht.

 
Interessant bei den Mitgliedern der Deutschen Content Allianz ist, dass deren Mitglieder nicht etwa sinkende Einnahmen verbuchen, sie fürchten sich jedoch vor zukünftig sinkenden Einnahmen bzw sie wollen noch stärker steigende Einnahmen. Die deutsche Musikwirtschaft zum Beispiel wird im Jahr 2011 aller Vorrausischt nach ihre Gesamteinnahmen aus Musikverkauf und Rechteverwertung bzw Lizensierungen um zig Millionen Euro steigern.
Was dabei ARD und ZDF zu suchen haben bleibt schleierhaft, denn deren Content ist zum allergrössten Teil von den deutschen Bürgern bezahlt.
Jegliche Verwertung von Inhalten durch Dritte (ausser natürlich Überschriften) kann sowieso auch heute schon leicht verhindert werden (siehe Musikvideos, mal als Beispiel)…Eine Listung bei Google lässt sich durch einen kinderleicht hinzugefügten sogenannten ‚NoIndex‘ Meta Tag verhindern. Das aber will man nicht, sondern man will bei der Suchmaschine Google (die in Deutschland 90% der Internetsuchanfragen verarbeitet) ganz oben gelistet sein und dafür dann wohl auch noch Geld bekommen.

 

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Ulf B.
Gast
Ulf B.

habt ihr schoen auf den punkt gebracht
nur als anmerkung: die diskussionen um das leistungsschutzrecht dauern mittlerweile schon mehr als ein jahr an … das meiste davon natuerlich hinter verschlossenen tueren.
und: als gegenmassnahme ließe sich zum beispiel eine e-petition beim bundestag einbringen … da gab es in sachen netz schon einige erfolgreiche (vorratsdatenspeicherung, kinderpornosperren …)